Warnung: Es ist viel !
Geburtstag Strass view
Als es 0 schlug und der 15. November eingeleitet wurde warteten Macke und ich in ihrem Zimmer darauf, dass Tim endlich vom Klo wiederkehrte. Um etwa 00:03 öffnete sich die Tür und ein himmlicher Gesang von Alexander Marcus erklang im Raum. Es war das Lied “Alles Gute”.
Tim wurde herzlichst umarmt und kurz darauf ging man auch schon zu Bett, da der Geburtstag von morgens bis abends durchgeplant war.
Am Morgen trafen wir uns alle im Blutfalken zusammen, um genüsslich den Cook Highway Richtung Cairns zu fahren. Nach der etwa einstündigen Fahrt hieß es dann erstmal einkaufen ! Bis zum Mittag wurde großzügig das Geld über die hohe Kante geworfen, doch gegen 14 Uhr meldete sich der Magen. Es war Zeit in einem schönen bayrischen Restaurant ein Schnitzel zu essen. Es war gut !

Mit reichlich neuem ATP begab man sich zurück in die Stadt, da Tim und Lenz sich noch ein Longboarden kaufen wollten, was sie dann auch taten.
Nach getaner Sache hatten Marcus und ich noch das anliegen unseren Blutfalken etwas zu tunen, also fuhren wir zum Rubber Clark, um uns eine schöne zugeschnittene fette Matraze zu gönnen. Dies war von Nöten, da man in Zukunft für längere Zeit im Auto leben sollte. Danach kaufte sich Tim noch schnell ein Stativ und schon ging es ab auf den Heimweg.
Die Vorbereitungen auf den Abend liefen nun auch wie geplant, da man eine Flasche Jimi und 30 Dosen VB im naheliegenden “Liquorland” gekauft hatte. Schließlich zu Hause angekommen, konnte auch nichts mehr schiefgehen !
Wir machten es uns in unserem Zimmer gemütlich, gestalteten eine schöne Playlist und fingen an uns zu betrinken. Diese Mission war bis dahin erfolgreich. In meinem Rausch kam ich auch erstmal auf die Idee das Longboard zu testen und machte mich auf eine kleine Tour durch Port Douglas auf, bei der ich unglücklicherweise meine Fußsohle aufriss, was zur Folge hatte, dass ich die Tage darauf nicht sehr gut laufen konnte. An diesem Abend war mir das aber schön egal.
Zurück von meiner Tour traf ich auch meine Kameraden wieder, um einen genialen Plan zu schmieden. Wieso sollte man denn nicht mal bei seinem Ex-Arbeitgeber vorbeischauen !?! Vorallem wenn der Pool keinen Zaun hat, worfür er berühmt war in Australien !
Voller Tatendrang maschierten wir Richtung Sheraton Mirage, um uns eine kleine Abkühlung zu gönnen. Über das Geländer gings dann auch schon ins Wasser, wobei ich die Höhe falsch kalkulierte und erstmal hart zu Boden ging. Doch schlussendlich genoss man das lauwarme Salzwasser in diesem 8 Hektar großen Pool. Nachdem wir auf die Idee kamen uns dem Hotel zu nähern, da unser Arbeitskollege Marius an diesem Tag arbeitete, machte Tim leider einen Rückzieher und suchte das Weite. Also näherten Mack, Lenz und ich uns zu dritt langsam dem Fenster. Man musste ein paar Steine hochklettern, um durch das Fenster den Speisesaal betrachten zu können und als direkt vor Fenster der verrückte Putzmann stand, fiel ich vor Schreck direkt wieder runter.
Der zweite Versuch klappte jedoch hervorragend und als dann endlich Marius kam, um das Buffet zu reinigen, klopften wir munter an die Scheiben bis er es hörte. Erstaunt kam er und öffnete ein Fenster. Wir beschlossen, wenn Marius Feierabend (ca. 2 Uhr) hat mit ihm nochmal in sein Hostel zu gehen, um dort noch ein oder vielleicht zwei Sandwiches zusammen zu verspeisen. Das war abgemachte Sache. Kurz darauf kam ich auf die glorreiche Idee zum Abschluss noch mit nassen Klamotten durch die Lobby an der Rezeption vorbei zu stolzieren und durch den Haupteingang hinaus. Gesagt, getan ! Ich ging vor und Lenz direkt hinterher die Treppen rauf in die Lobby, wo uns die nette Frau hinter der Rezeption perplex anstarrte. Mit einem freundlichen Nicken grüßte ich sie und wir maschierten schön zum Haupteingang hinaus. Höchste Euphorie sprudelte nun aus uns und wir erfreuten uns an dieser Tat.
Zurück im Dougies hieß es nun warten auf Marius. Um ca. Halb 2 ging Tim zu Bett und um 2:10 war dann auch Lenz zu müde. Jedoch zwei Minunten später tauchte endlich Marius auf. Mit ihm machten wir uns auf einen langen Weg in sein Hostel. Dort angekommen belegte wir uns noch 3 Sandwiches schön dick mit Wurst und verschlangen sie, wobei auch noch Freunde von Marius ein Bissen haben wollten. Mit so viel Essen im Bauch wurde ich dann ziemlich träge und müde, aber ich hatte noch ein helles Öhrchen für folgende Ereignisse. Ein weiterer angetrunkener Freund von Marius kam in unsere Runde und fühlte sich von einem anderen Freund von Marius provoziert. Und schon gab es Stress, was uns in unserer Situation etwas überplötzlich kam. Während ich mich dezent aus der Sache raushielt, versuchten Marius und Mack den Stress zu regeln, bevor wir uns auf den langen Heimweg machten.
Nach kurzer Verabschiedung machten wir uns mit schwachen Gliedern auf den Heimweg; bei dem wir uns natürlich dachten, wieso wir nicht mal einen anderen Weg nachts um 4:30 ausprobieren sollten. Im Dunkel der Nacht durchquerten wir ein Viertel, in dem wir noch nie vorher waren und die Bäume schienen uns anzuschreien, dass wir hier nicht erwünscht seien. Glücklicherweise fanden wir am Ende doch heim und konnten uns zufrieden mit vollem Bauch hinlegen.





Bootsfahrt
Doch nach 3 Stunden hieß es auch schon “Raus aus den Federn”, da die Mangrovenwälder mit ihren zahlreichen kleineren und größeren Bächen und Flüssen zu einer Bootsfahrt lockte. Nachdem wir Marius abgeholt hatten, machten wir uns auf den Weg in die Marina Mirage, den luxeriösen Yachthafen, um unser nicht weniger luxeriöses Boot zu besteigen.
Der Bootsverleihmensch gab uns noch ein paar Instruktionen und Sicherheitshinweise, beispielsweise doch nicht alle zum Bug zu laufen, da das Boot sonst kentern würde, oder nicht in allzu seichtes Gewässer zu steuern bevor die Bootsfahrt endlich begann.
Kaptain Strasser übernahm das Ruder und stoch in See. Nach der anfänglichen Euphorie auf einem Boot zu sein stellte sich aber rasch Langeweile und Ernüchterung ein, da die Krokodile, auf die wir zu treffen hofften, sich nicht blicken ließen. Doch da erinnerten wir uns an die Worte des Bootsverleihmenschens:
“Lass mal was spaßiges machen”, sagte Marius noch, da standen wir schon alle auf und liefen zum Bug. Die Wirkung blieb nicht aus. Der Bug senkte sich, stach unter Wasser und plötzlich stand die komplette Frontpartie einen halben Meter unter Wasser und das Boot, welches sich noch immer mit Volldampf vorrausdampfte, bohrte sich immer tiefer ins Wasser. Überrascht, dass der Bootsverleihmensch wohl doch die Wahrheit gesprochen hatte, rannten wir so schnell es ging nach hinten, und konnten das Boot noch mit letzter Kraft stabilisieren. Trotzdem waren wir jetzt alle nass, aber es war spaßig. Also probierten wir noch die anderen “Tipps” des Bootsverleihmenschens aus und fuhren in etwas seichteres Gewässer. Als nichts weiter geschah, steuerten wir zurück in die Marina. Macke hatte zwischenzeitlich das Ruder übernommen und wir fuhren im Eiltempo an den Anlegeplatz, doch anstatt das Boot im Rückwärtsgang vorzeitig abzubremsen, hielt Macke munter drauf, nicht merkend, dass der Steg sich in erschreckendem Tempo näherte. Der Bootsverleihmensch fuchtelte noch wild mit den armen rum, doch da war es schon zu spät: Wie die Titanic den Eisberg, rammten wir den Steg, und die Metallplattform, die vorne den Bug abschloss verbog sich. Da wurde der Bootsverleihmensch sauer und rief: “You truly are an idiot !!”. Macke hatte einen neuen Spitznamen. Erheitert von dem Erlebten machten wir uns glücklich auf den Weg zurück ins Dougies.




Schnorcheln
Am folgenden Tag, dem 17. November begaben wir uns mit Vorfreude und endlich mal halbwegs ausgeschlafen zum Blutfalken, um uns zum Hafen zu begeben, um dort an Bord der Aristocat, einem touristischem motorisiertem Katamaran zu gehen, um endlich mal das ach so berüchtigte Great Barrier Reef zu besuchen. Als jedoch der rote Falke nicht anspringen wollte und komischerweise Stanley auch nicht wollte, machten wir uns Sorgen unseren 160$ teuren Trip zu verpassen… Nach einigen Versuchen schnurte der Falke jedoch und das Riff wartete auf uns.
Nach 45-minutiger Fahrt mit der stolzen Aristocat und Instantcoffee und mehrere Muffins und Törtchen im Magen erreichten wir den ersten von drei Schnorchelspots. Ausgrüstet mit Schnorchel, Taucherbrille und Flossen sprangen wir ins Wasser und paddelten geradewegs aufmerksam dem Riffabschnitt zu. Auf halbem Weg waren wir gezwungen einen Schwarm von durchsichtigen Quallen zu durchqueren, als ein Crewmitglied mit dem Schlauchboot vorbei gefahren kam und uns darauf aufmerksam machte, dass wir uns so genannte Stingersuits an Bord holen sollen, die gegen die durchaus auch gefährlichen Quallen schützen sollten. So paddelten wir zurück um uns unsere dämlich aussehenden Stingersuits abzuholen.
Am ersten Schnorchelspot sahen wir mehr kleinere Fische und das Riff war auch nicht so schön wie erwartet. Dennoch nicht enttäuscht gingen wir nach einer Dreiviertelstunde wieder an Bord um den nächsten Spot zu besichtigen, wo nach Angaben eines der Crewmitglieder sooo große Fische aufzufinden seien…
Wir wurden nicht enttäuscht. Der zweite Abschnitt der Great Barrier Reefs hatte einiges mehr zu bieten, das Wasser war klarer, die Korallen bunter und die Fische größer und schöner.
Naja der dritte Spot toppte natürlich alles, nicht nur schönere Koralllen und Fische, sondern vorallem der Hai der unter uns schwomm riss alles raus.





Wandern im Spring Creek
Nachdem das Meer und die Gewässer rund um Port Douglas nun ausreichend erforscht worden waren, machten sich Tim und ich auf in den Regenwald und die Berge um ein wenig wandern zu gehen.
Wir fuhren mit Stanley auf einem Feldweg in den Urwald hinein, immer darauf achtend, nicht an einem der zahlreichen spitzen Steine uns die Reifen aufzuschlitzen. Wir stellten Stanley auf einer kleinen Lichtung ab, nachdem wir das Objekt unserer Begierde erspäht hatten: Einen 4km langen Bach, der direkt durch den Wald floss. Da es keine Wege durch den Wald gab, und er zu dicht war um ohne Machete vorranzukommen krempelten wir die Hosen hoch, und beschlossen den Weg durch den relativ flachen Bach zu bestreiten. Ziel war ein Wasserfall, der angeblich etwas weiter flussaufwärts in den Bergen wartete. Nicht sicher ob sich der Weg wirklich lohnte und ob es sich denn nur um einen kleineren 1 Meter Wasserfall handelte machten wir uns also auf den Weg, mit keiner Menschenseele weit und breit. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam er dann, ein 1 Meter Wasserfall, er war hübsch, keine Frage.


Doch so richtig überzeugen konnte er uns noch nicht, wir beschlossen noch ein wenig weiterzumaschieren, und tatsächlich, wir wurden nicht enttäuscht:
Im steiler werdenden Gelände wartete ein immerhin 3m hoher Wasserfall, mit ausladendem, relativ tiefem Schwimmbecken davor, das sich dazu anbietete, auch mal den ein oder anderen Sprung von den Felsen zu wagen. Das Wasser war herrlich. Nach zahlreichen Sprüngen, Schreien wie geil es doch sei und gemachten Fotos wagten wir uns noch ein Stück weiter, von der Neugier getrieben, in der Hoffnung es möge vielleicht noch besser werden. Doch zunächst kam es zu einem kurzen Schreckensmoment: Als wir die Felsen neben dem Fall erklommen und in Wurzeln mit den Händen Halt suchten, bewegte sich die Wurzel plötzlich in meiner Hand. Blitzschnell zuckte ich zurück und was sich als harmlose Wurzel tarnte, entpuppte sich als eine braune Schlange, die ebenso erschrocken war wie ich und das Weite suchte.Wir machten uns weiter auf Aufstieg und tatsächlich tauchte wenige Meter weiter ein 2. noch höherer Wasserfall auf, der eine Felswand hinablief. Doch hatten wir beim schnorcheln gelernt, dass der 3. Spot meist der schönste ist und so beschlossen wir die Felswand abermals zu erklimmen. Wir mochten recht behalten. Der 3. Wasserfall toppte tatsächlich noch unsere Erwartungen. Er war höher und wasserfalliger als der 1. und 2. und das Schwimmbecken war ungleich tiefer und wohlgeformter, ideal für beherzte Sprünge von den umgebenden Felsen, die natürlich auch vieel besser waren.




Cape Tribulation
Es war an der Zeit Port Douglas zu verlassen. Aufbruchsstimmung lag in der Luft. Nach 2.5 Monaten für Team Falke und 1.5 für Team Stanley wurde die Homebase geräumt und man nahm Abschied vom Dougies, den anderen Backpackern und vom geliebten Port Douglas.


Ziel war das sich 80km nördlich befindliche Cape Tribulation, das Kapp der Trübseligkeit, so benannt nach Captain Cook, der hier mit seinem Schiff. Der Weg führte über Straßen die sich durch den dichten Daintree Rainforest schlängelten, über den Daintree River, den wir mit einer Fähre überquerten. Wir fuhren im Konvoi, Stanley vorraus, dicht gefolgt vom Falken über raue Staubpisten und hüllten den Falken stehts in eine dichte Wolke.

Zwischenstation auf dem Weg zum Cape machten wir am “Blue Hole”. Den Tip hatten wir von einer Dame aus dem Dougies erhalten. Es handelte sich dabei um ein Wasserloch, das für die Aboriginals aufgrund seines blau leuchtendem Wassers heilig war. Wir mussten ihr versprechen den Ort mit Respekt zu behandeln und niemanden davon weiterzuerzählen, was wir hiermit natürlich auch nicht machen. Als wir ankamen stellte sich allerdings heraus, dass der Ort dann doch bekannter war als erwartet, als bereits 2 SUVs im Jungel parkten und eine Gruppe von Briten ausgelassen im Billabong plantschten. Nichtsdestotrotz ein ganz guter Tip.

Weiter über geschlungene Straßen und netten Aussichten erreichten wir schließlich abends das PK Jungle Village, unseren Campingplatz für die Nacht. Wie gewohnt inspizierten wir zunächst die sanitären Einrichtungen und wurden von den wilden Discoduschen überrascht, auf denen laut Hardstlye Gabber lief. Nachdem wir also hart tanzend geduscht hatten ging es ans Abendessen. Da der einzige Supermarkt in 60km Umkreis mit horrenden Preisen aufwartete, gab es an dem Abend etwas weniger Spaghetti als sonst, was allerdings durch eine entsprechende Portion Stanley-Kartonwein ausgeglichen werden konnte. Zufrieden zogen wir uns in unsere Betten zurück, doch der Schlaf geriert zu einer Farce. Die Temperaturen waren mörderisch, die Betten schon nach wenigen Minuten klatschnass und um den Schlaf noch erholsamer zu gestalten, gesellte sich ein Schwarm Moskitos in unsere Wägen.
Am nächsten Morgen quälten wir uns dann auf km langen Boardswalks durch den Jungel, inspizierten die recht schönen Strände der umgebung, um schließlich festzustellen, alles gesehen zu haben was das Cape hergab.



Auf dem Rückweg beuschten wir noch das sehr empfehlende Insektenmuseum, welches von einer netten Insektenomi geleitet wurde. Penibel aufgereit warteten zahlreiche Käfer, Spinnen, Motten, Schmetterlinge, Heuschrecken und ähnliches darauf in ihren Schaukästen betrachtet zu werden und in dem Garten der sich dem Museum anschloss galt es zahrleiche lebende Exponate zu begutachten, die frei in der Umgebung herumspazierten. Einige davon konnte man auch auf die Hand nehmen.


Wir rundeten den Trip ans Cape mit einem gutem, biologischem, ganzheitlichem, energetisch wertvollem, esoterischem und leckerem Eis ab, welches uns von der netten Omi empfohlen worden war.
Stets im Stanley-Falken Zweiergespann fahrend machten wir uns auf in Richtung Süden. Vorbei an Port Douglas verbrachten wir einige Tage in den Atherton Tablelands. Hier besichtigten wir alte Vulkanseen, grüne Hügellandschaften, die an das Auenland aus Herr der Ringe erinnerte und fuhren auf dem Waterfall Circuit, auf dem die größten Wasserfälle der Region lagen. Zu essen gab es erstmals Schnitzelbrötchen, getrunken wurde wie üblich Stanley, mit der Neuerung auch mal mit den Campingstühlen den nächtlichen Verkehr an der Landstraße zu beobachten. Langsam aber stetig pendelten wir so hinab Richtung Süden wo vor Airlie Beach die Whitsunday Islands auf uns warteten.


Whitsunday Island Strass-View:
Am 24.11.2011 machten wir uns auf den Weg nach Airlie Beach, um von dort aus auf die Whitsunday Islands zu kommen. Gegen Mittag kamen wir dort an, jedoch gab es erstmal ein Problem. Es gab im Umkreis von 100km keine kostenlose bzw. günstige Rest Area! Also hieß es erstmal suchen.
Macke und ich waren schon einmal dort und wussten wie schwer es dort ist einen guten Platz zu finden. Wir fuhren Airlie Beach hinein, um uns dort ein Bild von der Lage zu machen. Doch mitten in der City kann man nicht gut campen, also beschlossen wir mal eine Tourist Info um Rat zu fragen. Die zeigten uns auch nur Campingplätze die nicht in unserem Budget lagen und rieten uns, falls wir wildcampen sollten, dies eher außerhalb zu tun. Daraufhin fuhren wir wieder raus aus der sehr jugendlichen Stadt, um uns jede kleine Nebenstraße mal genauer zu betrachten. Deren Straßenränder waren, aber leider bestückt mit den Villas der gut betuchten Leute, was es uns unmöglich machte dort vorne dran einfach zu campen, geschweige denn dort zu kochen.
So kamen Marcus und ich auf die Idee an den gleichen Ort wie vor 3 Monaten zu gehen: Das Industriegebiet. Den idealen Ort sahen wir vor einer kleinen Wiese direkt neben Schrottplatz bzw. einer Baustelle. Die Nacht war ein klein bisschen komisch, da dubiose Gestalten nachts vorbei gingen und auch mal an unsere Autos kamen, um mal hineinzusehen. Als dann aber der Morgen anbrach, wurden wir zum Glück, um ca. 6:00 Uhr, liebevoll von einem Truckfahrer mit einem sanften Hupen geweckt.
Dieser Tag sollte mit der Buchung der Whitsunday Tour verbracht werden und als man sich dann schon früh für „Ocean Rafting“ entschied, hatte man noch einen ganzen Tag in einem langweiligen Städtchen. Den Rest des Tages wurde nur mal hier und mal da auf Bänken oder Wiesen rumgelegen und gewartet, dass man zurück ins Industriegebiet schlafen kann.
Am nächsten Morgen war es dann soweit. Die Tour stand an! Mit einem Bus wurden wir abgeholt und zu einem Hotel gebracht, von dem aus die Tour startete. Dort angekommen wurden wir von „super coolen“ Guides begrüßt. Als alle beisammen waren wurden wir auf die Boote verteilt. Unseres trug den sehr hippen Namen „Jamming“. Es waren kleine Rafting Boote, aber natürlich mit guter Anlage, dass man auch die besten Hits laut aufdrehen konnte. Nachdem wir den Hafen verließen, beschleunigte unser cooler Guide auch schon und fuhr ein paar gewagte Manöver, dass auch ja alle Spaß haben. Im Hintergrund lief natürlich die beste Musik von David Guetta oder Pitbull etc. bei der wir auch aufgefordert wurden mal mitzusingen.
Nach einer 45 minütigen Fahrt hatten wir endlich unser erstes Ziel erreicht. Vor uns stand ein 10 minütiger Weg zu einem Lookout und als wir diesen betraten war es wirklich atemberaubend! Weißeste Sandstrände wie im Paradies mit azurblauem Meer. Uns wurde noch erklärt, dass man aus diesem Sand ohne Problem direkt Glas machen könnte und er nie heißer als 22°C werde, da er einen hohen Siliciumanteil hatte.


Nach diesem Lookout durften wir auch an den Strand gehen, um dort endlich mal schwimmen zu gehen. Es war klarstes Wasser in dem wir auch Rochen und andere Fische sahen. Dann gab es schon Mittagessen, welches die Möwen versuchten einem zu klauen. Es war sehr lecker!

Mit vollem Magen ging es dann mit guter Musik weiter zu unserem ersten Schnorchelspot. Als wir dort ins Wasser sprangen, haben unsere Guides natürlich viel Futter reingeworfen, dass auch ja tausende von Fischen um einen herumschwirrten. Das natürliche Riff eben! Aber das war auch mal ganz lustig. Mir persönlich kam aber ein ca. 30cm langer bunter Fisch sehr nah vor die Brille, um mich zu analysieren. Was mir dabei auffiel war, dass er leicht bedrohliche Zähne hatte die sonst kein anderer Fisch hatte. Aber ich ließ ihn gewähren und als er merkte, dass ich wohl etwas große Beute bin sagte er:“Bis dann Strass“ , und tauchte davon.
Die ganz großen Fische schienen eher genervt von uns und immer wenn man mal zu ihnen wollte drehten sie langsam um und schwammen wieder langsam weg.
Danach stand der zweite Schnorchelspot an. Der Weg dorthin führte vorbei an einem sehr exklusiven 5 Sterne Hotel in dem schon Brad Pitt und Jennifer Aniston ihre Flitterwochen verbrachten und Madonna rausgeschmissen wurde, da sie zu hohe Ansprüche hatte.
Der zweite Schnorchespot war aber sehr trist und langweilig, da unsere Guides diesmal kein Futter ins Wasser warfen. Deshalb wurde diese Pause als Klopause genutzt.
Auf dem Rückweg hörten wir noch ein paar angesagte Songs und nach einer Stunde waren wir wieder an Land.
Nun war es schon 17 Uhr und wir wussten nicht wohin. Also fuhren, nachdem wir am Strand geduscht hatten, einfach mal los. Es wurde auch schon langsam dunkel und als es schließlich dunkel war, führten Tim und Lenz uns eine Straße mitten im Urwald einen Berg hoch und runter. Letzlich kamen wir an einer dubiosen Rest Area an, auf der ziemlich asoziale Wohnwägen von irgendwelchen Rednecks standen. Mit einem gut gewählten Sicherheitsabstand bauten wir unsere Homebase auf und machten uns noch leckere Hot Dogs zum Tagesabschluss.

Zoo
Wir hatten bereits im Lonely Planet nur empfehlenswertes über den Zoo nahe Brisbane gelesen, der sich bescheiden AustraliaZoo nennt und dessen ehemaliger Besitzer niemand anderes als der sympathische Tierfilmmacher Steve Irwin, das größte Idol der Australier, war. Bereits um 8 Uhr machten wir uns von unserer schäbigen Restarea, die direkt neben Highway lag und deren sanitären Anlagen zu wünschen übrig ließen, auf den Weg zum AustraliaZoo um die Öffnungszeiten bestmöglich zu nutzen.
Direkt am Eingang, hinter den Kassen (die uns üppige 59$ abverlangten) stand eine lebensgroße Bronzestatue der Irwinfamilie, womit eindeutig signalisiert wurde, dass es sich hierbei um Den Zoo des Cocodilehunter handelt. Das Gelände des Zoos ist riesig. Zwar ist die Vielfalt der Tierarten nicht so groß wie in vergleichbaren Zoos, jedoch dafür sind die Gehege großräumig und sehr artgerecht (zumindest empfand ich das als großer Tier- und Zookenner so ;)). Den meisten Platz beanspruchte das Crocoseum, wo täglich die Süß- und Salzwasserkrokodile in der kolosseumsähnlichen Arena gefüttert werden.
Neben der Krokodilarena war auch das Freigehege der Känguruhs eines der Highlights, wo sich die Tiere von den Besuchern nicht nur füttern, sondern auch genüsslich streicheln ließen.



Das war sehr schön!
Ebenso war es uns möglich die meist schlafenden, einschlafenden oder dösenden Koalas zu streicheln (YEAHY!).

Auf kleinen Blechtafeln neben den Gehegen erzählte uns der Crocodilehunter nützliche Informationen über die vorzufindenden Tiere, so auch zum Beispiel dass Koalas mehr als 20 Stunden am Tage schlafen – CRICKEY! (Steve’s Ausdruck des Staunens) – was ihre ständige Müdigkeit und Trägheit erklärt.
Neben den Einheimischen Tieren waren auch noch vorzufinden (Stichpunktliste, denn Tiere im Blog zu beschreiben ist irgendwie dämlich):
Elefanten,
Schlangen,
Wombats,
Tiger,
afrikanische Tiere,
Emus die wild am Zaun hin- und herrannten,
und viele mehr…


Brisbane aus der Strass-View:
Nachdem wir in den Glass House Mountains übernachteten, war unser nächstes Ziel die beliebteste Stadt Australiens: Brisbane!
Tim und Lenz hatten schon ein paar Hostels ausfindig gemacht, die recht gut sein sollten. In Brisbane angekommen, mussten wir uns auf die Suche nach diesen Hostels machen. Unsere erste Anlaufstelle war das „Yellow Submarine“. Es war ein kleines, gelbes, baufälliges Gebäude direkt neben einer Autobahnbrücke. Es sollte das beste von allen Hostels laut Reiseführer sein. Darin begrüßte uns eine Frau mit komischen Flecken am Kinn hinter einer dunklen, von Gittern gesicherten Rezeption. Wir fragten sie, ob ein Viererzimmer eventuell verfügbar wäre. Das wusste sie nicht genau und rief eine andere Frau, die komischerweise auch seltsame Flecken neben den Augen und auf den Backen hatte. Letztendlich hatten sie kein Zimmer und wir bedankten uns und verließen wir das Nummer 1 Hostel in Brisbane. Vorbei am Kindergerichtshof fanden wir weitere Hostels die schon etwas besser aussahen. Doch dort bekamen wir auch nur gesagt, dass sie uns alle nur auf verschiedene Zimmer aufteilen konnten.
Zurück an den Autos beschlossen wir nun erstmal die Hostels anzurufen und zu fragen, ob sie etwas frei haben. Dies war vorerst erfolglos, bis wir beschlossen jetzt das schlechteste Hostel von allen namens „Banana Bender“ zu fragen. Die hatten natürlich ein Zimmer für uns frei. Es hieß es gäbe da nur unfreundliches Personal und Käsefuß-Zimmer. Doch dort angekommen, wurden wir positiv überrascht. Personal war freundlicher als erwartet und die Zimmer rochen eher nach altem Teppich, was man aber mit offenen Fenstern regeln konnte. Dazu kam noch, dass der Essbereich eine Terrasse mit einem schönen Blick über die Suburbs von Brisbane war.
Nachdem wir eingecheckt hatten, machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Mitten in der Stadt waren wir alle froh mal wieder in so einer großen Stadt zu sein und nicht mehr nur die Käffer, die man in 5 Minuten vollständig gesehen hat. Es gab wieder verschiedenste Menschen und Gebäude zu sehen. Wir durchstöberten die Stadt, besuchten eine Kirche und am Ende blieben wir in der Fußgängerzone hängen. Wir liefen ein paarmal auf und ab und begegneten dabei immer wieder einem Mann der das Selbe tat, aber dabei laut etwas vor sich hin brabbelte. Er hatte wohl eine Nachricht zu verkünden.
Irgendwann setzten wir uns erschöpft auf eine Bank und stellten fest, dass das irgendwie am meisten Spaß machte, da man viele verschieden Menschen beobachten konnte und vor allem auch mal wieder etwas ansehnlicher Frauen zu Gesicht bekam. Doch nach ein paar Stunden sahen wir uns bereit den Rückweg anzutreten und uns Abendessen zu kochen. Es gab Reis!
Nach dem Abendessen waren wir jedoch nicht zufrieden und so machten wir uns auf ein weiteres auf den Weg in die Stadt, um mal das Nachtleben Brisbanes genauer unter die Lupe zu nehmen und vielleicht ein Pub zu besuchen. Wir landeten, wie sollte es anders sein, in der Fußgängerzone und besetzten verschiedenste Bänke, damit wir auch überall mal die Leute betrachten konnten. Vor allem sahen die Leute besser aus als am Tag, da sie sich für die Clubs schick machen mussten. So hatten wir einiges zu sehen und saßen bis halb 12 einfach nur auf Bänken. Doch dann wurde es auch mal Zeit heimzugehen und zu schlafen.
Am nächsten Tag ging es wieder in die Stadt. Macke musste sich ein neues Handy kaufen, da seins vor längerer Zeit kaputt ging. Er kaufte sich ein Nokia für 36 Dollar, wovon ich ihm abriet. Danach setzten wir uns wieder gemütlich auf eine Bank und betrachteten die Leute. Marcus fand in der Zeit auch raus, dass das Handy recht scheiße war, da es nicht das konnte, was eigentlich drauf stand. Wir saßen noch ein bisschen und marschierten schon bald zurück zum Banana Bender. Dort fand Marcus noch mehr raus wie scheiße das Handy ist und beschloss es am nächsten Tag zurückzubringen. Außerdem schauten wir noch einen Film und ruhten uns aus, da wir am Abend feiern wollten.
Als dann der Abend anbrach, liefen wir zu unserem Lieblingsrestaurant „Hog’s Breath Cafe“, für das wir schon V.I.P Karten hatten, mit denen wir 25% Rabatt bekamen, um uns einen dicken „Boss Hog Double Burger“ zu gönnen. Dazu tranken wir ein frisches VB.
Danach hieß es auf in die Stadt!
Der direkte Weg in die Fußgängerzone wurde gewählt und dort setzten wir uns vorerst auf eine Bank, um mal wieder unserem neuen Hobby nachzugehen. Das war dann auch schon der Abend. Wir besuchten wieder verschiedenste Bänke und näherten uns dabei einer Gruppe von Christen, die lauthals die Bibel zitierten und versuchten uns davon zu überzeugen Jesus würde uns alle erlösen und blabla.
Um Mitternacht, erschöpft vom vielen feiern, zogen wir uns in unser Hostel zurück, da am nächsten Tag die Weiterreise bevorstand.
Am nächsten Morgen, nachdem wir ausgecheckt hatten, gingen wir jedoch nochmals in die Stadt, da Macke noch sein Handy zurückgeben musste. Das lief wie am Schnürchen und danach betraten wir einen anderen Laden der bessere Handys verkaufte, damit Mack ein Handy hat. Dort suchte er sich ein Samsung für 49 Dollar raus und das funktionierte wie ein Handy zu funktionieren hat. Nun waren alle fröhlich und wir fanden noch einen Flohmarkt den wir mal besichtigen wollten. Also setzten wir uns dort an eine geeignete Stelle und beobachten ein weiteres Mal alle möglichen Leute die uns so vor der Nase herumliefen. Irgendwann war dann aber auch genug und wir brachen auf Richtung Springbrook Nationalpark!



Springbrook
Beim Durchstöbern des Lonely Planets nach Dingen, die man so zwischen Brisbane und Byron Bay noch anschaun konnte, viel mir der Name “Best view of all” auf, der sich angeblich in dem kleineren Springbrook National Park verstecken würde. Irgendwo klingelte es und langsam kam die Erinnerung zurück: Ein paar Wochen vor dem Abflug hatte ich doch genau von diesem “Best view of all” gehört. Es war in einer SWR Dokumentation. Ein junger Backpacker machte sich mit 1000€ auf die Reise um die Welt, welche er nur für Transportkosten benutzen wollte. Eine seiner Stationen war Springbrook mit eben diesem Lookout. Also machten wir uns auf den Weg um seinen Spuren zu folgen. Wir schraubten uns von der Gold Coast kommend Meter um Meter in die Berge hinauf, einer kleinen kurvigen Straße folgend. Ein guter Lookout jagte den nächsten, doch der beste sollte ja noch kommen.





Nach einer Übernachtung im Nationalpark war es dann so weit. Wir fuhren nocheinmal einige Meter höher nur um zu merken, dass wir uns plötzlich in den Wolken befanden. Die Aussicht war dementsprechend gigantisch !





Nachdem der “Best view of all” schonmal absolut gehalten hatte was er versprach machten wir uns dran, die Beenie Oma aus der Reportage zu finden. Diese kauzige alte Dame hatte den Backpacker durch den Jungel geführt und dabei über die Mützen geredet, die sie selbst herstellt. Diese wollten wir haben !
Wir hörten uns im Dorf Springbrook um und bekamen den Tipp in einem Café nahe eines der anderen Lookouts nachzusehen. Wir waren uns nicht sicher ob wir die selbe Omi meinten, suchten nach dem Café und nach einiger Suche stand sie dann vor uns. Das Café war geschlossen, doch die Oma pinselte neue Schilder für die große Wiedereröffnung an. Sie sagte uns dass sie geschlossen habe, und sowieso nur noch ein paar Mützen hier habe, doch als sie hörte, dass wir den ganzen Weg aus Deutschland gekommen seien um ihre Beenies zu kaufen freute sie sich so sehr, dass sie uns zu sich nach hause einlud, wo sie ganze Berge davon habe. Sie wies uns an ihrem Pickup zu folgen und sagte noch sie würde langsam fahren, sodass wir ihr auch ja folgen konnte, da brauste sie auch schon los, in mörderischem Tempo die kurvigen Straßen durch die Berge entlang, bis wir schließlich über einen kleinen Feldweg ihr großzügiges Haus, mitten im Grünen erreicht hatten.
Sie hatte nicht gelogen: Berge von Beeniemützen warteten darauf von uns durchwühlt zu werden. Sie h atte zu jeder eine Geschichte parat, zb wie die Aboriginaldame die Nuss bemalt hatte, die an einer der Mütze hing. Sie erzählte auch, dass man die wärme der Mütze in Hunden misst. Denn im Outback, wo Beenies hauptsächlich getragen werden, schliefen die Aboriginals oft mit Hunden an ihrer Seite, die sie nachts wärmen sollten. Sie bot uns einen Kaffee an und wir verbrachten eine Ewigkeit damit 2, 4 oder 6 Hundemützen zu probieren. Wir machten noch ein Gruppenfoto mit ihr und ihrem Mann und zogen glücklich die Beenie-Oma getroffen zu haben von dannen.
Wir ersparen euch jetzt mal die Beenie-Oma weiter zu beschreiben, am besten schaut ihr einfach mal in die Reportage rein um sie in all ihrer bewunderswerten Kauzigkeit zu erfassen:
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=7296688
(ab 1 Stunde 29 Minuten)

Für die folgenden Tage wechseln wir nun in die Strass-View:
Die Tage vom 7.12.2011 bis zum 9.12.2011 sollten in Nimbin verbracht werden. Ein schönes kleines Dorf für Hippies, in dem wir uns einen netten, kleinen Campground namens „Old Granny’s Farm“ aussuchten. Leider spielte das Wetter nicht mit und es regnete eigentlich rund um die Uhr.
Nachdem wir uns etwas Wurst und Käse für ein paar leckere Sandwiches besorgten, da wir ziemlich hungrig waren zogen wir uns zurück an die Homebase, um sie genüsslich zu verspeisen. Schon war der erste Tag vorbei.
Am nächsten Tag hatten wir noch sehr viel Wurst, die wir zu verspeisen hatten, doch wollten wir mittags ein gutes Essen genießen. Also gingen wir zu dem Restaurant, das Mack und ich schon kannten und aßen dort so ziemlich den besten und natürlichsten Burger den wir je gegessen haben! Es war mal wieder ein Gaumenschmaus!
Nach einer kurzen Shoppingtour über die Hauptstraße zogen wir uns wieder zurück zur Homebase. Und nach dem Abendessen was mal wieder aus Sandwich bestand, legten wir uns auch schon schlafen, um am nächsten Morgen endlich Richtung Byron Bay aufzubrechen.



Byron Bay
In Byron Bay angekommen galt es zunächst einen Camping-Ground für die nächste Woche zu finden. Wir hatten viel von der berühmten Arts-Factory gehört, die uns von allen Seiten empfohlen wurde, als einer der besten Hostels in Australien, mit kostenlosen Massagen, eigenem Kino, Yoga-Kursen, etc., auch dass sie das Zentrum des “alternativen Byrons” sein solle. Leider hatten wir nicht gehört, dass es dort nicht möglich war mit dem Campervan zu nächtigen, es sei denn man würde für 30 $ die Nacht den Parkplatz davor benutzen. Enttäuscht machten wir uns auf die Suche nach Alternativen und fanden diese erst nach einer Odyssee durch Byron Bay und Umgebung, denn entweder die Plätze waren hoffnungslos überteuert, oder hoffnungslos überbucht. Wir bezogen unsere neue Homebase im Tourist Village, 1,5 km vom Stadtzentrum Byrons entfernt.
Doch wir waren nicht nach Byron gekommen um Campingplätze suchen zu gehen, wir wollten endlich etwas erledigen, was ganz oben auf unserer “Australien-Must-Do-Liste” stand, endlich Profi-Surfer zu werden ! So meldeten wir uns für einen 3-tägigen Surfkurs bei Mojosurf für den kommenden Montag an. Das Wochenende verbrachten wir damit in das Nachtleben Byrons einzutauchen, welches dank Byrons Ruf als entspannten Surfer, Hippie, Party- und Kulturstadt auch sehr gut war. Wie das dann so ist kommt man dann auch recht schnell auf tollle Schnappsideen und Tim und Strass schlossen eine Wette, in der es um Haare ging und darum wer schneller sein Bierglass leeren kann.

Am Montag morgen gings dann endlich los mit dem Surferleben. Wir wurden von unserem Surflehrer Nolan, einem Surfer aus Kalifornien (garnich klischeehaft) abgeholt. Zur Begrüßung gabs von ihm erstmal den Surfergruß (kleiner Finger und Daumen, abgespreitzt) mit einem lauten “WOOOOOOO” “YAAAY” und wir holten die restlichen Teilnehmer des Kurses, sowie den Fotografen und Brasilianer “Rodrigo” ab (nicht weniger klischeehaft) und hörten Jack Johnson (…). Schließlich am secret Surfspot angekommen, wurden uns die Boards und Neoprenshirts mit der Aufschrift “Livin’ the Dream” ausgehändigt. Da kaum auch schon Nolan ganz euphorisch vorbeigerannt (er ist nie gegangen) um im nächsten Moment eben so euphorisch “WOOO, LIVIN THE DREAM, YAAAAY” zusammen mit dem Surfergruß zu rufen. Nach einer weiteren halben Stunde mit einer kurzen Einweisung und den obligatorischen Dehnübungen gings dann endlich ins kühle Nass um den Traum zu leben. Und tatsächlich, bereits in den ersten Wellen gelang es aufzustehen und den weißen Schaum, den “white wash” zu reiten. In den nächsten Stunden und Tagen kamen dann die ersten echten kleineren Wellen und die erste Greenwave hinzu, man stieg auf etwas kleinere, schwerer zu handlente Boards um, bis wir schließlich vollausgebildete Profisurfer waren, und man uns nichts mehr beibringen konnte.
