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Jan 22, 2012 - Australien    3 Comments

Von Byron Bay nach Melbourne

In Byron Bay merkten wir, dass unsere Geldreserven langsam zu Neige gingen und es daher wohl besser sei mal wieder einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Also statteten wir uns mit dem sogenannten Harvest Guide aus, in dem die meisten Anbaugebiete Australiens verzeichnet sind, mit den dazugehörigen Angaben, wann denn gerade Erntezeit sei und was es so zu pflücken gibt. Wir erkannten schnell, dass in der Region Byron Bay nichts mehr zu holen sei und machten uns auf den Weg Richtung Süden, wo in Coffs Harbour die größten Bananenplantagen Australiens und Blaubeerfarmen auf uns warteten. Nach einem kurzen Besuch in dem Visitor Information Center von Coffs hatten wir dann auch schon ein Informationsblättchen mit den Telephonnummern der örtlichen Farmen und allgemeinen Informationen, wie beispielsweise dass man angeblich zwischen 15 und 34 AUD beim picken von Blaubeeren verdienen könne. So wurde Nummer nach Nummer angerufen und bereits bei der 3. Farm, den “Bennings Blueberrys” wurden wir für die Mühen belohnt. Es nahm ein Mann mit einem starken indischen Dialekt ab, sehr schwer zu verstehen, aber witzig. Er sagte uns wir sollen am nächsten morgen um 7 Uhr auf der Plantage erscheinen und Probepicken, und wenn wir uns nicht allzu dumm anstellen würden wir den Job haben.

In die Vorfreude mischte sich allerdings auch eine gewisse Skepsis, denn das Fruitpicken soll sehr harte Arbeit sein, man solle die ersten Tage einfach nur durchhalten und die starken Rückenschmerzen wenn möglich ignorieren oder in Alkohol ertränken. Auch solle man gegen die Sonne unbedingt einen Hut tragen. So gingen wir noch in Coffs Hüte shoppen und fanden ein paar billige Strohhüte, die uns ganz ausgezeichnet standen, weshalb wir von da an nur noch mit Hut durch die Stadt liefen und andere Hutträger mit einem kurzen Tippen am Hut grüßten. Nachdem dies erledigt war fuhren wir auch schon auf unsere Rest Area und gingen früh ins Bett, um am nächsten morgen um halb 6 nicht allzu müde zu sein. An der Rest Area hüpften noch ein paar recht zutrauliche Känguruhs an den Campervans vorbei, süß.

Am nächsten Morgen war es dann so weit.

Wir fuhren zur Farm und sahen bereits von weitem die riesigen Plantagen. Sie waren mit Netzen überspannt und zogen sich über das Tal bis hoch, weit in die Berge hinaus. Fleißige Picker waren bereits damit beschäftigt an den Sträuchen durch die Reihen zu laufen und die kleinen Beeren zu pflücken. Ein Farmer mit großem Turban winkte uns zu und sagte wir sollen durch ein kleines Loch in den Netzen zu ihm herreinkommen. Kurz wies er uns ein:

Jeder Picker habe einen kleinen Bucket (Eimer) um die Hüfte gebunden, in den er die Blaubeeren sammeln solle. Die beste Pflücktechnik sei dabei, die Hand unter die Beeren zu halten und mit dem Daumen Beere um Beere zu picken. Dabei solle man darauf achten dass man keine mit roten Stellen erwischt, sondern die wirklich reifen, die auch oben am Stengel, wo man die Beere abreist, einen komplett schwarzen Ring haben. Busch um Busch solle man sich von unten nach oben vorarbeiten, und wenn der Eimer voll sei solle man laut “BUUUCKKKEEEEET !!!11einself” rufen, dann würde ein Kollege kommen und den vollen Bucket gegen einen leeren tauschen. Die Beeren würden dann bei einem Stand gewogen werden, und man würde 3 AUD pro kg erhalten. Er erklärte aber auch, dass man sich nicht immer die Mühe machen würde, jeden Eimer zu wiegen, sondern auch manchmal einfach jedem 10-12 AUD Stundenlohn geben würde, was uns bereits skeptisch werden lies (auf dem Infoblättchen war von 15-34 die Rede). Nichts desto trotz machten wir uns frisch ans Werk, wurden zu ein paar etwas älteren thailändischen Damen in die Reihe gesteckt und fingen an zu picken. Das picken ging gut, war nicht zu anstrengend, und wir wurden ständig durch die Thailänderinnen motiviert, die uns “good boy, good boy”, oder “good picking” zuriefen. Doch trotzdem wurden wir das Gefühl nicht los, eher in einem 3.Welt Land auf einer Ausbeuterfarm gelandet zu sein, und von nun an von 2 Dollarn am Tag überleben zu müssen. Belebendes Element beim ansonsten recht eintönigen Picken war das laute “BUUUCKEEEET” rufen. Schnell geriet es bei uns zum Sport so laut wie möglich zu rufen, und sich dabei so cool wie möglich anzuhören. Auch Variationen wie “BUCK, BUCK, BUCKEEEEEET” kamen nun ins Spiel (beim Versuch ein Huhn zu imitieren). Neben den Thais arbeiten auch eine Reihe von jungen Schwarzen Burschen auf der Blaubeerfarm. Sie hörten laut auf ihren Handys Hip-Hop, riefen Dinge wie, “You lameass niggah, get back to fucking work man” durch die Gegend und tauschten Weisheiten wie “Today is a good day to make money, not party” mit ihren Bros aus. So arbeiteten wir uns mit unseren Kollegen Busch um Busch, Reihe um Reihe durch die Plantage fort, aßen zwischendurch ein paar der Blaubeeren und fieberten dem Feierabend entgegen. Den letzten Bucket brachten wir persönlich zum Wiege-Inder. Er hatte ein Tabelle vor sich, in der unsere gesammelten Kilos notiert worden waren (er hatte sich also die Mühe gemacht). Trotzdem hielt er es nicht für nötig den letzten Bucket zu wiegen, und kippte ihn einfach zu den anderen. Er lobte uns, dass wir excellent pickers seien, und fragte ob wir denn morgen wieder kommen würden, doch nachdem wir unser Gehalt für den Tag (cash in hand, also schwarz) in die Hand gedrückt bekamen, waren wir uns da nicht mehr so sicher. Denn die Ausbeute war recht mager, Phillip, unser bester Picker schaffte es gerade so auf 55 AUD, Lenz auf 50, Mack ebenfalls auf 50 und Tim sogar nur auf 45 AUD, für einen Tag picken. Kein Vergleich zu den 220 an guten Tagen im Sheraton und weit unterm gesetzlichen Mindestlohn von Australien von 15 AUD pro Stunde. Wenigstens hatten wir das Geld für unsere schicken Strohhüte damit wieder raus! Doch wo wir bei der Bezahlung wohl Pech hatten, und eine Farm erwischt hatten, auf der größtenteils Leute ohne Visum, schwarz ihren Lebensunterhalt verdienen, hatten wir Glück, indem wir genau an dem Tag angefangen hatten, an der die große Weihnachtsfeier von Bennings Blueberries stattfinden sollte. Der Turbaninder lud uns ein, seinem Pickup zu dem Lager, wo auch die Beeren verpackt werden zu folgen und mit ihnen zu feiern. Die Thailänderinnen freuten sich schon und riefen schon ganz aufgeregt “yaay, party party, dancing, party” durch die Gegend und auch wir freuten uns.

In der Lagerhalle angekommen erwartete uns schon das reichhaltige Buffet: Der Turbaninder und seine Familie hatten BUCKEEEEETS von KFC bestellt, worüber sich schon die jugendlichen Schwarzen hermachten. Auch wartete eine riesige Truhe mit eisgekühlten Bier auf uns. Wir beschlossen das Geld, dass wir beim picken nicht gemacht hatten, hier wieder gutzumachen, schnappten uns die Pappteller, zückten die Biere und setzten uns auf die gestapelten Paletten, um mit den Malochern in der Lagerhalle zu feiern und der Tag hatte doch noch ein versöhnliches Ende gefunden. Wir verabschiedeten uns, sagten man würde sich dann morgen sehen und fuhren noch ein paar hundert Kilometer weiter in den Süden, da wir nicht vorhatten länger in Coffs Harbour zu bleiben.

Am nächsten Tag erreichten wir Port Maquarrie, die nächste Stadt auf unserer Route Richtung Süden. Nach einem kurzen Beusch bei Ronald Mc Donald starteten wir die Wägen um weiterzuziehen, doch etwas war anders. Aus Stanleys Motor kam ein quietschen, das zu laut war, um es zu ignorieren. Es mischte sich mit einem lautem Rasseln. Panik wurde geschoben, ob Stanley es überhaupt noch zu nächsten Werkstatt schaffen würde. Glücklicherweise befand sich diese allerdings schon in 600m Entfernung. Aus der Werkstatt kam ein netter etwas älterer Mechaniker spaziert, der auch direkt einen Blick in den guten Stanley warf. Er schlenderte zurück in die Werkstadt, holte ein Messer und sagte “THIS, is how we fix cars in Australia !”, zückte das Messer und schnitt einen der Keilriemen durch. Wir hatten bereits ein Problem mit den Keilriemen und den damit verbundenen Umlenkrollen vermutet, doch nicht, dass es so leicht zu lösen sei. Denn wie sich herrausstellte, gab es einen seperaten Keilriemen für unsere Klimaanlage. Das Quietschen stammte vom Keilriemen, doch dass auch das rasseln damit gelöst sein würde war herrlich, denn es stammte von dem Kompressor der Klimaanlage, die bisher sowieso nur zweimal im Einsatz war. So war Stanley wieder putzmunter, und das Ganze für 0 Cent. Er warf allerdings auch einen Blick auf den Blutfalken und entdeckte das fehlende Nummernschild an des Falkens Front. Er warnte, dass dies ernsthafte finanzielle Folgen nach sich ziehen könnte. Eigentlich war es auch ein Wunder gewesen, dass Strass und Mack noch nicht angehalten worden waren, da sie bereits tausende km von Port Douglas aus ohne Nummernschild zurückgelegt hatten. Also gingen die beiden fröhlich zur RTA und kamen mit einem frischen Nummernschild zurück, und waren somit wieder legal unterwegs. In den nächsten Tagen legten wir weiter fleißig Kilometer zurück, da wir die Küste zwischen Port Maquarrie und Sydney bereits recht gut kannten und wir bis Weihnachten an einem hübschen Örtchen sein wollten. Ein Blick auf unsere Hog’s Breath Mitgliedkarte (unser Stammrestaurant in Port Douglas, das wie sich später herausgestellt hatte eine ganze Restaurantkette mit mehr als 30 Fillialen ist) und entdeckten ein kleines Fischerörtchen namens Batemans Bay an der Küste Victorias, südlich von Sydney.

An Heiligabend waren wir also in Batemans Bay, kauften uns eine weihnachtliche CD mit Bing Crosby und Frank Sinatra, die in den folgenden Stunden rauf und runtergehört wurde. Den Abend verbrachten wir dann im Hogs, bestellten uns ein Prachtsteak und ein paar köstliche Desserts und fuhren schließlich gesättigt zur Rest Area, wo wir die Nacht verbrachten. Am 1. Weihnachtsfeiertag fuhren wir ein Stückchen weiter in Richtung Südwesten und Melbourne und legten uns an einen schicken Strand. Die Wellen waren kühl, doch dafür brutzelte die Sonne umso heftiger. In der folgenden Zeit fuhren wir weiter von Rest Area zu Rest Area, verbrachten Zeit an Stränden wie dem berühmten 100 Mile Beach, der tatsächlich 100 Meilen schnurgerade entlangging und sahen Nachts Ölbohrinseln vor der Küste leuchten. Auch machten wir Bekanntschaft mit ein paar einheimischen Fischern, denen wir halfen ihre Schnüre zum Angeln zu entknoddeln und trafen einen netten Deutschen, der uns über die Giftigkeit der örtlichen Schlangen aufklärte und uns auf die Frage wo man sich denn hier Duschen könne den Tip gab einen Topf mit Wasser zu erhitzen und überzuleeren. Vom 100 Mile Beach machten wir uns auf zum Wilson Prom, einem der angeblich schönsten Nationalparks Australiens. Er bildete einst eine Verbindung zu Tasmanien und in ihm liegt der südlichste Punkt Australiens. Wir wanderten ein bisschen umher, sahen ein paar hohe Sanddünen und gute Natur und verliesen der Park wieder um nach Melbourne zu ziehen. Kurz vor Melbourne übernachteten wir mitten im Wald, wo ein paar äußerst freundliche Rednecks ihre Zelte aufgebaut hatten. Sie halfen uns aus mit ein paar Litern Wasser zum kochen, und der dickliche Vater zeigte uns Koalas die in den Bäumen schliefen (was auch sonst). Dabei trank er genüsslich Bier, was er wie sich herrausstellte selbst braute. Auch hatte er sein komplettes Brauset mit zum Campen gebracht. Wir reinigten unsere Körper in einem eiskalten Bergsee, indem es uns vor Kälte die Luft abschnürte und machten uns am nächsten Tag auf den Weg in Richtung Melbourne.

Bilder:

Rest Area am Tag vorm Fruitpicken:

Big Banana in Coffs Harbour und Timmes neue Frisur:

 

Bisheriger Rekord beim “Schlange hinter Stanley bilden”-Spiel:

Im Kangoroo Valley:

Heiligabend und 1.Weihnachtsfeiertag:

100 Mile Beach:

Wilson Promotory National Park:

 

Vor Melbourne:

Auf in den Süden (1 Monat Australien)

Warnung: Es ist viel !

Geburtstag Strass view

Als es 0 schlug und der 15. November eingeleitet wurde warteten Macke und ich in ihrem Zimmer darauf, dass Tim endlich vom Klo wiederkehrte. Um etwa 00:03 öffnete sich die Tür und ein himmlicher Gesang von Alexander Marcus erklang im Raum. Es war das Lied “Alles Gute”.

Tim wurde herzlichst umarmt und kurz darauf ging man auch schon zu Bett, da der Geburtstag von morgens bis abends durchgeplant war.

Am Morgen trafen wir uns alle im Blutfalken zusammen, um genüsslich den Cook Highway Richtung Cairns zu fahren. Nach der etwa einstündigen Fahrt hieß es dann erstmal einkaufen ! Bis zum Mittag wurde großzügig das Geld über die hohe Kante geworfen, doch gegen 14 Uhr meldete sich der Magen. Es war Zeit in einem schönen bayrischen Restaurant ein Schnitzel zu essen. Es war gut !

Mit reichlich neuem ATP begab man sich zurück in die Stadt, da Tim und Lenz sich noch ein Longboarden kaufen wollten, was sie dann auch taten.

Nach getaner Sache hatten Marcus und ich noch das anliegen unseren Blutfalken etwas zu tunen, also fuhren wir zum Rubber Clark, um uns eine schöne zugeschnittene fette Matraze zu gönnen. Dies war von Nöten, da man in Zukunft für längere Zeit im Auto leben sollte. Danach kaufte sich Tim noch schnell ein Stativ und schon ging es ab auf den Heimweg.

Die Vorbereitungen auf den Abend liefen nun auch wie geplant, da man eine Flasche Jimi und 30 Dosen VB im naheliegenden “Liquorland” gekauft hatte. Schließlich zu Hause angekommen, konnte auch nichts mehr schiefgehen !

Wir machten es uns in unserem Zimmer gemütlich, gestalteten eine schöne Playlist und fingen an uns zu betrinken. Diese Mission war bis dahin erfolgreich. In meinem Rausch kam ich auch erstmal auf die Idee das Longboard zu testen und machte mich auf eine kleine Tour durch Port Douglas auf, bei der ich unglücklicherweise meine Fußsohle aufriss, was zur Folge hatte, dass ich die Tage darauf nicht sehr gut laufen konnte. An diesem Abend war mir das aber schön egal.

Zurück von meiner Tour traf ich auch meine Kameraden wieder, um einen genialen Plan zu schmieden. Wieso sollte man denn nicht mal bei seinem Ex-Arbeitgeber vorbeischauen !?! Vorallem wenn der Pool keinen Zaun hat, worfür er berühmt war in Australien !

Voller Tatendrang maschierten wir Richtung Sheraton Mirage, um uns eine kleine Abkühlung zu gönnen. Über das Geländer gings dann auch schon ins Wasser, wobei ich die Höhe falsch kalkulierte und erstmal hart zu Boden ging. Doch schlussendlich genoss man das lauwarme Salzwasser in diesem 8 Hektar großen Pool. Nachdem wir auf die Idee kamen uns dem Hotel zu nähern, da unser Arbeitskollege Marius an diesem Tag arbeitete, machte Tim leider einen Rückzieher und suchte das Weite. Also näherten Mack, Lenz und ich uns zu dritt langsam dem Fenster. Man musste ein paar Steine hochklettern, um durch das Fenster den Speisesaal betrachten zu können und als direkt vor Fenster der verrückte Putzmann stand, fiel ich vor Schreck direkt wieder runter.

Der zweite Versuch klappte jedoch hervorragend und als dann endlich Marius kam, um das Buffet zu reinigen, klopften wir munter an die Scheiben bis er es hörte. Erstaunt kam er und öffnete ein Fenster. Wir beschlossen, wenn Marius Feierabend (ca. 2 Uhr) hat mit ihm nochmal in sein Hostel zu gehen, um dort noch ein oder vielleicht zwei Sandwiches zusammen zu verspeisen. Das war abgemachte Sache. Kurz darauf kam ich auf die glorreiche Idee zum Abschluss noch mit nassen Klamotten durch die Lobby an der Rezeption vorbei zu stolzieren und durch den Haupteingang hinaus. Gesagt, getan ! Ich ging vor und Lenz direkt hinterher die Treppen rauf in die Lobby, wo uns die nette Frau hinter der Rezeption perplex anstarrte. Mit einem freundlichen Nicken grüßte ich sie und wir maschierten schön zum Haupteingang hinaus. Höchste Euphorie sprudelte nun aus uns und wir erfreuten uns an dieser Tat.

Zurück im Dougies hieß es nun warten auf Marius. Um ca. Halb 2 ging Tim zu Bett und um 2:10 war dann auch Lenz zu müde. Jedoch zwei Minunten später tauchte endlich Marius auf. Mit ihm machten wir uns auf einen langen Weg in sein Hostel. Dort angekommen belegte wir uns noch 3 Sandwiches schön dick mit Wurst und verschlangen sie, wobei auch noch Freunde von Marius ein Bissen haben wollten. Mit so viel Essen im Bauch wurde ich dann ziemlich träge und müde, aber ich hatte noch ein helles Öhrchen für folgende Ereignisse. Ein weiterer angetrunkener Freund von Marius kam in unsere Runde und fühlte sich von einem anderen Freund von Marius provoziert. Und schon gab es Stress, was uns in unserer Situation etwas überplötzlich kam. Während ich mich dezent aus der Sache raushielt, versuchten Marius und Mack den Stress zu regeln, bevor wir uns auf den langen Heimweg machten.

Nach kurzer Verabschiedung machten wir uns mit schwachen Gliedern auf den Heimweg; bei dem wir uns natürlich dachten, wieso wir nicht mal einen anderen Weg nachts um 4:30 ausprobieren sollten. Im Dunkel der Nacht durchquerten wir ein Viertel, in dem wir noch nie vorher waren und die Bäume schienen uns anzuschreien, dass wir hier nicht erwünscht seien. Glücklicherweise fanden wir am Ende doch heim und konnten uns zufrieden mit vollem Bauch hinlegen.

Bootsfahrt

Doch nach 3 Stunden hieß es auch schon “Raus aus den Federn”, da die Mangrovenwälder mit ihren zahlreichen kleineren und größeren Bächen und Flüssen zu einer Bootsfahrt lockte. Nachdem wir Marius abgeholt hatten, machten wir uns auf den Weg in die Marina Mirage, den luxeriösen Yachthafen, um unser nicht weniger luxeriöses Boot zu besteigen.

Der Bootsverleihmensch gab uns noch ein paar Instruktionen und Sicherheitshinweise, beispielsweise doch nicht alle zum Bug zu laufen, da das Boot sonst kentern würde, oder nicht in allzu seichtes Gewässer zu steuern bevor die Bootsfahrt endlich begann.

Kaptain Strasser übernahm das Ruder und stoch in See. Nach der anfänglichen Euphorie auf einem Boot zu sein stellte sich aber rasch Langeweile und Ernüchterung ein, da die Krokodile, auf die wir zu treffen hofften, sich nicht blicken ließen. Doch da erinnerten wir uns an die Worte des Bootsverleihmenschens:

“Lass mal was spaßiges machen”, sagte Marius noch, da standen wir schon alle auf und liefen zum Bug. Die Wirkung blieb nicht aus. Der Bug senkte sich, stach unter Wasser und plötzlich stand die komplette Frontpartie einen halben Meter unter Wasser und das Boot, welches sich noch immer mit Volldampf vorrausdampfte, bohrte sich immer tiefer ins Wasser. Überrascht, dass der Bootsverleihmensch wohl doch die Wahrheit gesprochen hatte, rannten wir so schnell es ging nach hinten, und konnten das Boot noch mit letzter Kraft stabilisieren. Trotzdem waren wir jetzt alle nass, aber es war spaßig. Also probierten wir noch die anderen “Tipps” des Bootsverleihmenschens aus und fuhren in etwas seichteres Gewässer. Als nichts weiter geschah, steuerten wir zurück in die Marina. Macke hatte zwischenzeitlich das Ruder übernommen und wir fuhren im Eiltempo an den Anlegeplatz, doch anstatt das Boot im Rückwärtsgang vorzeitig abzubremsen, hielt Macke munter drauf, nicht merkend, dass der Steg sich in erschreckendem Tempo näherte. Der Bootsverleihmensch fuchtelte noch wild mit den armen rum, doch da war es schon zu spät: Wie die Titanic den Eisberg, rammten wir den Steg, und die Metallplattform, die vorne den Bug abschloss verbog sich. Da wurde der Bootsverleihmensch sauer und rief: “You truly are an idiot !!”. Macke hatte einen neuen Spitznamen. Erheitert von dem Erlebten machten wir uns glücklich auf den Weg zurück ins Dougies.


Schnorcheln

Am folgenden Tag, dem 17. November begaben wir uns mit Vorfreude und endlich mal halbwegs ausgeschlafen zum Blutfalken, um uns zum Hafen zu begeben, um dort an Bord der Aristocat, einem touristischem motorisiertem Katamaran zu gehen, um endlich mal das ach so berüchtigte Great Barrier Reef zu besuchen. Als jedoch der rote Falke nicht anspringen wollte und komischerweise Stanley auch nicht wollte, machten wir uns Sorgen unseren 160$ teuren Trip zu verpassen… Nach einigen Versuchen schnurte der Falke jedoch und das Riff wartete auf uns.
Nach 45-minutiger Fahrt mit der stolzen Aristocat und Instantcoffee und mehrere Muffins und Törtchen im Magen erreichten wir den ersten von drei Schnorchelspots. Ausgrüstet mit Schnorchel, Taucherbrille und Flossen sprangen wir ins Wasser und paddelten geradewegs aufmerksam dem Riffabschnitt zu. Auf halbem Weg waren wir gezwungen einen Schwarm von durchsichtigen Quallen zu durchqueren, als ein Crewmitglied mit dem Schlauchboot vorbei gefahren kam und uns darauf aufmerksam machte, dass wir uns so genannte Stingersuits an Bord holen sollen, die gegen die durchaus auch gefährlichen Quallen schützen sollten. So paddelten wir zurück um uns unsere dämlich aussehenden Stingersuits abzuholen.
Am ersten Schnorchelspot sahen wir mehr kleinere Fische und das Riff war auch nicht so schön wie erwartet. Dennoch nicht enttäuscht gingen wir nach einer Dreiviertelstunde wieder an Bord um den nächsten Spot zu besichtigen, wo nach Angaben eines der Crewmitglieder sooo große Fische aufzufinden seien…

Wir wurden nicht enttäuscht. Der zweite Abschnitt der Great Barrier Reefs hatte einiges mehr zu bieten, das Wasser war klarer, die Korallen bunter und die Fische größer und schöner.

Naja der dritte Spot toppte natürlich alles, nicht nur schönere Koralllen und Fische, sondern vorallem der Hai der unter uns schwomm riss alles raus.


Wandern im Spring Creek

Nachdem das Meer und die Gewässer rund um Port Douglas nun ausreichend erforscht worden waren, machten sich Tim und ich auf in den Regenwald und die Berge um ein wenig wandern zu gehen.

Wir fuhren mit Stanley auf einem Feldweg in den Urwald hinein, immer darauf achtend, nicht an einem der zahlreichen spitzen Steine uns die Reifen aufzuschlitzen. Wir stellten Stanley auf einer kleinen Lichtung ab, nachdem wir das Objekt unserer Begierde erspäht hatten: Einen 4km langen Bach, der direkt durch den Wald floss. Da es keine Wege durch den Wald gab, und er zu dicht war um ohne Machete vorranzukommen krempelten wir die Hosen hoch, und beschlossen den Weg durch den relativ flachen Bach zu bestreiten. Ziel war ein Wasserfall, der angeblich etwas weiter flussaufwärts in den Bergen wartete. Nicht sicher ob sich der Weg wirklich lohnte und ob es sich denn nur um einen kleineren 1 Meter Wasserfall handelte machten wir uns also auf den Weg, mit keiner Menschenseele weit und breit. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam er dann, ein 1 Meter Wasserfall, er war hübsch, keine Frage.

Doch so richtig überzeugen konnte er uns noch nicht, wir beschlossen noch ein wenig weiterzumaschieren, und tatsächlich, wir wurden nicht enttäuscht:

Im steiler werdenden Gelände wartete ein immerhin 3m hoher Wasserfall, mit ausladendem, relativ tiefem Schwimmbecken davor, das sich dazu anbietete, auch mal den ein oder anderen Sprung von den Felsen zu wagen. Das Wasser war herrlich. Nach zahlreichen Sprüngen, Schreien wie geil es doch sei und gemachten Fotos wagten wir uns noch ein Stück weiter, von der Neugier getrieben, in der Hoffnung es möge vielleicht noch besser werden. Doch zunächst kam es zu einem kurzen Schreckensmoment: Als wir die Felsen neben dem Fall erklommen und in Wurzeln mit den Händen Halt suchten, bewegte sich die Wurzel plötzlich in meiner Hand. Blitzschnell zuckte ich zurück und was sich als harmlose Wurzel tarnte, entpuppte sich als eine braune Schlange, die ebenso erschrocken war wie ich und das Weite suchte.Wir machten uns weiter auf Aufstieg und tatsächlich tauchte wenige Meter weiter ein 2. noch höherer Wasserfall auf, der eine Felswand hinablief. Doch hatten wir beim schnorcheln gelernt, dass der 3. Spot meist der schönste ist und so beschlossen wir die Felswand abermals zu erklimmen. Wir mochten recht behalten. Der 3. Wasserfall toppte tatsächlich noch unsere Erwartungen. Er war höher und wasserfalliger als der 1. und 2. und das Schwimmbecken war ungleich tiefer und wohlgeformter, ideal für beherzte Sprünge von den umgebenden Felsen, die natürlich auch vieel besser waren.


Cape Tribulation

Es war an der Zeit Port Douglas zu verlassen. Aufbruchsstimmung lag in der Luft. Nach 2.5 Monaten für Team Falke und 1.5 für Team Stanley wurde die Homebase geräumt und man nahm Abschied vom Dougies, den anderen Backpackern und vom geliebten Port Douglas.

Ziel war das sich 80km nördlich befindliche Cape Tribulation, das Kapp der Trübseligkeit, so benannt nach Captain Cook, der hier mit seinem Schiff. Der Weg führte über Straßen die sich durch den dichten Daintree Rainforest schlängelten, über den Daintree River, den wir mit einer Fähre überquerten. Wir fuhren im Konvoi, Stanley vorraus, dicht gefolgt vom Falken über raue Staubpisten und hüllten den Falken stehts in eine dichte Wolke.

Zwischenstation auf dem Weg zum Cape machten wir am “Blue Hole”. Den Tip hatten wir von einer Dame aus dem Dougies erhalten. Es handelte sich dabei um ein Wasserloch, das für die Aboriginals aufgrund seines blau leuchtendem Wassers heilig war. Wir mussten ihr versprechen den Ort mit Respekt zu behandeln und niemanden davon weiterzuerzählen, was wir hiermit natürlich auch nicht machen. Als wir ankamen stellte sich allerdings heraus, dass der Ort dann doch bekannter war als erwartet, als bereits 2 SUVs im Jungel parkten und eine Gruppe von Briten ausgelassen im Billabong plantschten. Nichtsdestotrotz ein ganz guter Tip.

Weiter über geschlungene Straßen und netten Aussichten erreichten wir schließlich abends das PK Jungle Village, unseren Campingplatz für die Nacht. Wie gewohnt inspizierten wir zunächst die sanitären Einrichtungen und wurden von den wilden Discoduschen überrascht, auf denen laut Hardstlye Gabber lief. Nachdem wir also hart tanzend geduscht hatten ging es ans Abendessen. Da der einzige Supermarkt in 60km Umkreis mit horrenden Preisen aufwartete, gab es an dem Abend etwas weniger Spaghetti als sonst, was allerdings durch eine entsprechende Portion Stanley-Kartonwein ausgeglichen werden konnte. Zufrieden zogen wir uns in unsere Betten zurück, doch der Schlaf geriert zu einer Farce. Die Temperaturen waren mörderisch, die Betten schon nach wenigen Minuten klatschnass und um den Schlaf noch erholsamer zu gestalten, gesellte sich ein Schwarm Moskitos in unsere Wägen.

Am nächsten Morgen quälten wir uns dann auf km langen Boardswalks durch den Jungel, inspizierten die recht schönen Strände der umgebung, um schließlich festzustellen, alles gesehen zu haben was das Cape hergab.

Auf dem Rückweg beuschten wir noch das sehr empfehlende Insektenmuseum, welches von einer netten Insektenomi geleitet wurde. Penibel aufgereit warteten zahlreiche Käfer, Spinnen, Motten, Schmetterlinge, Heuschrecken und ähnliches darauf in ihren Schaukästen betrachtet zu werden und in dem Garten der sich dem Museum anschloss galt es zahrleiche lebende Exponate zu begutachten, die frei in der Umgebung herumspazierten. Einige davon konnte man auch auf die Hand nehmen.

Wir rundeten den Trip ans Cape mit einem gutem, biologischem, ganzheitlichem, energetisch wertvollem, esoterischem und leckerem Eis ab, welches uns von der netten Omi empfohlen worden war.

Stets im Stanley-Falken Zweiergespann fahrend machten wir uns auf in Richtung Süden. Vorbei an Port Douglas verbrachten wir einige Tage in den Atherton Tablelands. Hier besichtigten wir alte Vulkanseen, grüne Hügellandschaften, die an das Auenland aus Herr der Ringe erinnerte und fuhren auf dem Waterfall Circuit, auf dem die größten Wasserfälle der Region lagen. Zu essen gab es erstmals Schnitzelbrötchen, getrunken wurde wie üblich Stanley, mit der Neuerung auch mal mit den Campingstühlen den nächtlichen Verkehr an der Landstraße zu beobachten. Langsam aber stetig pendelten wir so hinab Richtung Süden wo vor Airlie Beach die Whitsunday Islands auf uns warteten.


Whitsunday Island Strass-View:

Am 24.11.2011 machten wir uns auf den Weg nach Airlie Beach, um von dort aus auf die Whitsunday Islands zu kommen. Gegen Mittag kamen wir dort an, jedoch gab es erstmal ein Problem. Es gab im Umkreis von 100km keine kostenlose bzw. günstige Rest Area! Also hieß es erstmal suchen.

Macke und ich waren schon einmal dort und wussten wie schwer es dort ist einen guten Platz zu finden. Wir fuhren Airlie Beach hinein, um uns dort ein Bild von der Lage zu machen. Doch mitten in der City kann man nicht gut campen, also beschlossen wir mal eine Tourist Info um Rat zu fragen. Die zeigten uns auch nur Campingplätze die nicht in unserem Budget lagen und rieten uns, falls wir wildcampen sollten, dies eher außerhalb zu tun. Daraufhin fuhren wir wieder raus aus der sehr jugendlichen Stadt, um uns jede kleine Nebenstraße mal genauer zu betrachten. Deren Straßenränder waren, aber leider bestückt mit den Villas der gut betuchten Leute, was es uns unmöglich machte dort vorne dran einfach zu campen, geschweige denn dort zu kochen.

So kamen Marcus und ich auf die Idee an den gleichen Ort wie vor 3 Monaten zu gehen: Das Industriegebiet. Den idealen Ort sahen wir vor einer kleinen Wiese direkt neben Schrottplatz bzw. einer Baustelle. Die Nacht war ein klein bisschen komisch, da dubiose Gestalten nachts vorbei gingen und auch mal an unsere Autos kamen, um mal hineinzusehen. Als dann aber der Morgen anbrach, wurden wir zum Glück, um ca. 6:00 Uhr, liebevoll von einem Truckfahrer mit einem sanften Hupen geweckt.

Dieser Tag sollte mit der Buchung der Whitsunday Tour verbracht werden und als man sich dann schon früh für „Ocean Rafting“ entschied, hatte man noch einen ganzen Tag in einem langweiligen Städtchen. Den Rest des Tages wurde nur mal hier und mal da auf Bänken oder Wiesen rumgelegen und gewartet, dass man zurück ins Industriegebiet schlafen kann.

Am nächsten Morgen war es dann soweit. Die Tour stand an! Mit einem Bus wurden wir abgeholt und zu einem Hotel gebracht, von dem aus die Tour startete. Dort angekommen wurden wir von „super coolen“ Guides begrüßt. Als alle beisammen waren wurden wir auf die Boote verteilt. Unseres trug den sehr hippen Namen „Jamming“. Es waren kleine Rafting Boote, aber natürlich mit guter Anlage, dass man auch die besten Hits laut aufdrehen konnte. Nachdem wir den Hafen verließen, beschleunigte unser cooler Guide auch schon und fuhr ein paar gewagte Manöver, dass auch ja alle Spaß haben. Im Hintergrund lief natürlich die beste Musik von David Guetta oder Pitbull etc. bei der wir auch aufgefordert wurden mal mitzusingen.

Nach einer 45 minütigen Fahrt hatten wir endlich unser erstes Ziel erreicht. Vor uns stand ein 10 minütiger Weg zu einem Lookout und als wir diesen betraten war es wirklich atemberaubend! Weißeste Sandstrände wie im Paradies mit azurblauem Meer. Uns wurde noch erklärt, dass man aus diesem Sand ohne Problem direkt Glas machen könnte und er nie heißer als 22°C werde, da er einen hohen Siliciumanteil hatte.


Nach diesem Lookout durften wir auch an den Strand gehen, um dort endlich mal schwimmen zu gehen. Es war klarstes Wasser in dem wir auch Rochen und andere Fische sahen. Dann gab es schon Mittagessen, welches die Möwen versuchten einem zu klauen. Es war sehr lecker!

Mit vollem Magen ging es dann mit guter Musik weiter zu unserem ersten Schnorchelspot. Als wir dort ins Wasser sprangen, haben unsere Guides natürlich viel Futter reingeworfen, dass auch ja tausende von Fischen um einen herumschwirrten. Das natürliche Riff eben! Aber das war auch mal ganz lustig. Mir persönlich kam aber ein ca. 30cm langer bunter Fisch sehr nah vor die Brille, um mich zu analysieren. Was mir dabei auffiel war, dass er leicht bedrohliche Zähne hatte die sonst kein anderer Fisch hatte. Aber ich ließ ihn gewähren und als er merkte, dass ich wohl etwas große Beute bin sagte er:“Bis dann Strass“ , und tauchte davon.

Die ganz großen Fische schienen eher genervt von uns und immer wenn man mal zu ihnen wollte drehten sie langsam um und schwammen wieder langsam weg.

Danach stand der zweite Schnorchelspot an. Der Weg dorthin führte vorbei an einem sehr exklusiven 5 Sterne Hotel in dem schon Brad Pitt und Jennifer Aniston ihre Flitterwochen verbrachten und Madonna rausgeschmissen wurde, da sie zu hohe Ansprüche hatte.

Der zweite Schnorchespot war aber sehr trist und langweilig, da unsere Guides diesmal kein Futter ins Wasser warfen. Deshalb wurde diese Pause als Klopause genutzt.

Auf dem Rückweg hörten wir noch ein paar angesagte Songs und nach einer Stunde waren wir wieder an Land.

Nun war es schon 17 Uhr und wir wussten nicht wohin. Also fuhren, nachdem wir am Strand geduscht hatten, einfach mal los. Es wurde auch schon langsam dunkel und als es schließlich dunkel war, führten Tim und Lenz uns eine Straße mitten im Urwald einen Berg hoch und runter. Letzlich kamen wir an einer dubiosen Rest Area an, auf der ziemlich asoziale Wohnwägen von irgendwelchen Rednecks standen. Mit einem gut gewählten Sicherheitsabstand bauten wir unsere Homebase auf und machten uns noch leckere Hot Dogs zum Tagesabschluss.

Zoo

Wir hatten bereits im Lonely Planet nur empfehlenswertes über den Zoo nahe Brisbane gelesen, der sich bescheiden AustraliaZoo nennt und dessen ehemaliger Besitzer niemand anderes als der sympathische Tierfilmmacher Steve Irwin, das größte Idol der Australier, war. Bereits um 8 Uhr machten wir uns von unserer schäbigen Restarea, die direkt neben Highway lag und deren sanitären Anlagen zu wünschen übrig ließen, auf den Weg zum AustraliaZoo um die Öffnungszeiten bestmöglich zu nutzen.
Direkt am Eingang, hinter den Kassen (die uns üppige 59$ abverlangten) stand eine lebensgroße Bronzestatue der Irwinfamilie, womit eindeutig signalisiert wurde, dass es sich hierbei um Den Zoo des Cocodilehunter handelt. Das Gelände des Zoos ist riesig. Zwar ist die Vielfalt der Tierarten nicht so groß wie in vergleichbaren Zoos, jedoch dafür sind die Gehege großräumig und sehr artgerecht (zumindest empfand ich das als großer Tier- und Zookenner so ;)). Den meisten Platz beanspruchte das Crocoseum, wo täglich die Süß- und Salzwasserkrokodile in der kolosseumsähnlichen Arena gefüttert werden.


Neben der Krokodilarena war auch das Freigehege der Känguruhs eines der Highlights, wo sich die Tiere von den Besuchern nicht nur füttern, sondern auch genüsslich streicheln ließen.


Das war sehr schön!
Ebenso war es uns möglich die meist schlafenden, einschlafenden oder dösenden Koalas zu streicheln (YEAHY!).

Auf kleinen Blechtafeln neben den Gehegen erzählte uns der Crocodilehunter nützliche Informationen über die vorzufindenden Tiere, so auch zum Beispiel dass Koalas mehr als 20 Stunden am Tage schlafen – CRICKEY! (Steve’s Ausdruck des Staunens) – was ihre ständige Müdigkeit und Trägheit erklärt.
Neben den Einheimischen Tieren waren auch noch vorzufinden (Stichpunktliste, denn Tiere im Blog zu beschreiben ist irgendwie dämlich):
Elefanten,
Schlangen,
Wombats,
Tiger,
afrikanische Tiere,
Emus die wild am Zaun hin- und herrannten,
und viele mehr…

Brisbane aus der Strass-View:

Nachdem wir in den Glass House Mountains übernachteten, war unser nächstes Ziel die beliebteste Stadt Australiens: Brisbane!

Tim und Lenz hatten schon ein paar Hostels ausfindig gemacht, die recht gut sein sollten. In Brisbane angekommen, mussten wir uns auf die Suche nach diesen Hostels machen. Unsere erste Anlaufstelle war das „Yellow Submarine“. Es war ein kleines, gelbes, baufälliges Gebäude direkt neben einer Autobahnbrücke. Es sollte das beste von allen Hostels laut Reiseführer sein. Darin begrüßte uns eine Frau mit komischen Flecken am Kinn hinter einer dunklen, von Gittern gesicherten Rezeption. Wir fragten sie, ob ein Viererzimmer eventuell verfügbar wäre. Das wusste sie nicht genau und rief eine andere Frau, die komischerweise auch seltsame Flecken neben den Augen und auf den Backen hatte. Letztendlich hatten sie kein Zimmer und wir bedankten uns und verließen wir das Nummer 1 Hostel in Brisbane. Vorbei am Kindergerichtshof fanden wir weitere Hostels die schon etwas besser aussahen. Doch dort bekamen wir auch nur gesagt, dass sie uns alle nur auf verschiedene Zimmer aufteilen konnten.

Zurück an den Autos beschlossen wir nun erstmal die Hostels anzurufen und zu fragen, ob sie etwas frei haben. Dies war vorerst erfolglos, bis wir beschlossen jetzt das schlechteste Hostel von allen namens „Banana Bender“ zu fragen. Die hatten natürlich ein Zimmer für uns frei. Es hieß es gäbe da nur unfreundliches Personal und Käsefuß-Zimmer. Doch dort angekommen, wurden wir positiv überrascht. Personal war freundlicher als erwartet und die Zimmer rochen eher nach altem Teppich, was man aber mit offenen Fenstern regeln konnte. Dazu kam noch, dass der Essbereich eine Terrasse mit einem schönen Blick über die Suburbs von Brisbane war.

Nachdem wir eingecheckt hatten, machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Mitten in der Stadt waren wir alle froh mal wieder in so einer großen Stadt zu sein und nicht mehr nur die Käffer, die man in 5 Minuten vollständig gesehen hat. Es gab wieder verschiedenste Menschen und Gebäude zu sehen. Wir durchstöberten die Stadt, besuchten eine Kirche und am Ende blieben wir in der Fußgängerzone hängen. Wir liefen ein paarmal auf und ab und begegneten dabei immer wieder einem Mann der das Selbe tat, aber dabei laut etwas vor sich hin brabbelte. Er hatte wohl eine Nachricht zu verkünden.

Irgendwann setzten wir uns erschöpft auf eine Bank und stellten fest, dass das irgendwie am meisten Spaß machte, da man viele verschieden Menschen beobachten konnte und vor allem auch mal wieder etwas ansehnlicher Frauen zu Gesicht bekam. Doch nach ein paar Stunden sahen wir uns bereit den Rückweg anzutreten und uns Abendessen zu kochen. Es gab Reis!

Nach dem Abendessen waren wir jedoch nicht zufrieden und so machten wir uns auf ein weiteres auf den Weg in die Stadt, um mal das Nachtleben Brisbanes genauer unter die Lupe zu nehmen und vielleicht ein Pub zu besuchen. Wir landeten, wie sollte es anders sein, in der Fußgängerzone und besetzten verschiedenste Bänke, damit wir auch überall mal die Leute betrachten konnten. Vor allem sahen die Leute besser aus als am Tag, da sie sich für die Clubs schick machen mussten. So hatten wir einiges zu sehen und saßen bis halb 12 einfach nur auf Bänken. Doch dann wurde es auch mal Zeit heimzugehen und zu schlafen.

Am nächsten Tag ging es wieder in die Stadt. Macke musste sich ein neues Handy kaufen, da seins vor längerer Zeit kaputt ging. Er kaufte sich ein Nokia für 36 Dollar, wovon ich ihm abriet. Danach setzten wir uns wieder gemütlich auf eine Bank und betrachteten die Leute. Marcus fand in der Zeit auch raus, dass das Handy recht scheiße war, da es nicht das konnte, was eigentlich drauf stand. Wir saßen noch ein bisschen und marschierten schon bald zurück zum Banana Bender. Dort fand Marcus noch mehr raus wie scheiße das Handy ist und beschloss es am nächsten Tag zurückzubringen. Außerdem schauten wir noch einen Film und ruhten uns aus, da wir am Abend feiern wollten.

Als dann der Abend anbrach, liefen wir zu unserem Lieblingsrestaurant „Hog’s Breath Cafe“, für das wir schon V.I.P Karten hatten, mit denen wir 25% Rabatt bekamen, um uns einen dicken „Boss Hog Double Burger“ zu gönnen. Dazu tranken wir ein frisches VB.

Danach hieß es auf in die Stadt!

Der direkte Weg in die Fußgängerzone wurde gewählt und dort setzten wir uns vorerst auf eine Bank, um mal wieder unserem neuen Hobby nachzugehen. Das war dann auch schon der Abend. Wir besuchten wieder verschiedenste Bänke und näherten uns dabei einer Gruppe von Christen, die lauthals die Bibel zitierten und versuchten uns davon zu überzeugen Jesus würde uns alle erlösen und blabla.

Um Mitternacht, erschöpft vom vielen feiern, zogen wir uns in unser Hostel zurück, da am nächsten Tag die Weiterreise bevorstand.

Am nächsten Morgen, nachdem wir ausgecheckt hatten, gingen wir jedoch nochmals in die Stadt, da Macke noch sein Handy zurückgeben musste. Das lief wie am Schnürchen und danach betraten wir einen anderen Laden der bessere Handys verkaufte, damit Mack ein Handy hat. Dort suchte er sich ein Samsung für 49 Dollar raus und das funktionierte wie ein Handy zu funktionieren hat. Nun waren alle fröhlich und wir fanden noch einen Flohmarkt den wir mal besichtigen wollten. Also setzten wir uns dort an eine geeignete Stelle und beobachten ein weiteres Mal alle möglichen Leute die uns so vor der Nase herumliefen. Irgendwann war dann aber auch genug und wir brachen auf Richtung Springbrook Nationalpark!


Springbrook

Beim Durchstöbern des Lonely Planets nach Dingen, die man so zwischen Brisbane und Byron Bay noch anschaun konnte, viel mir der Name “Best view of all” auf, der sich angeblich in dem kleineren Springbrook National Park verstecken würde. Irgendwo klingelte es und langsam kam die Erinnerung zurück: Ein paar Wochen vor dem Abflug hatte ich doch genau von diesem “Best view of all” gehört. Es war in einer SWR Dokumentation. Ein junger Backpacker machte sich mit 1000€ auf die Reise um die Welt, welche er nur für Transportkosten benutzen wollte. Eine seiner Stationen war Springbrook mit eben diesem Lookout. Also machten wir uns auf den Weg um seinen Spuren zu folgen. Wir schraubten uns von der Gold Coast kommend Meter um Meter in die Berge hinauf, einer kleinen kurvigen Straße folgend. Ein guter Lookout jagte den nächsten, doch der beste sollte ja noch kommen.

Nach einer Übernachtung im Nationalpark war es dann so weit. Wir fuhren nocheinmal einige Meter höher nur um zu merken, dass wir uns plötzlich in den Wolken befanden. Die Aussicht war dementsprechend gigantisch !

Nachdem der “Best view of all” schonmal absolut gehalten hatte was er versprach machten wir uns dran, die Beenie Oma aus der Reportage zu finden. Diese kauzige alte Dame hatte den Backpacker durch den Jungel geführt und dabei über die Mützen geredet, die sie selbst herstellt. Diese wollten wir haben !
Wir hörten uns im Dorf Springbrook um und bekamen den Tipp in einem Café nahe eines der anderen Lookouts nachzusehen. Wir waren uns nicht sicher ob wir die selbe Omi meinten, suchten nach dem Café und nach einiger Suche stand sie dann vor uns. Das Café war geschlossen, doch die Oma pinselte neue Schilder für die große Wiedereröffnung an. Sie sagte uns dass sie geschlossen habe, und sowieso nur noch ein paar Mützen hier habe, doch als sie hörte, dass wir den ganzen Weg aus Deutschland gekommen seien um ihre Beenies zu kaufen freute sie sich so sehr, dass sie uns zu sich nach hause einlud, wo sie ganze Berge davon habe. Sie wies uns an ihrem Pickup zu folgen und sagte noch sie würde langsam fahren, sodass wir ihr auch ja folgen konnte, da brauste sie auch schon los, in mörderischem Tempo die kurvigen Straßen durch die Berge entlang, bis wir schließlich über einen kleinen Feldweg ihr großzügiges Haus, mitten im Grünen erreicht hatten.

Sie hatte nicht gelogen: Berge von Beeniemützen warteten darauf von uns durchwühlt zu werden. Sie h atte zu jeder eine Geschichte parat, zb wie die Aboriginaldame die Nuss bemalt hatte, die an einer der Mütze hing. Sie erzählte auch, dass man die wärme der Mütze in Hunden misst. Denn im Outback, wo Beenies hauptsächlich getragen werden, schliefen die Aboriginals oft mit Hunden an ihrer Seite, die sie nachts wärmen sollten. Sie bot uns einen Kaffee an und wir verbrachten eine Ewigkeit damit 2, 4 oder 6 Hundemützen zu probieren. Wir machten noch ein Gruppenfoto mit ihr und ihrem Mann und zogen glücklich die Beenie-Oma getroffen zu haben von dannen.

Wir ersparen euch jetzt mal die Beenie-Oma weiter zu beschreiben, am besten schaut ihr einfach mal in die Reportage rein um sie in all ihrer bewunderswerten Kauzigkeit zu erfassen:

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=7296688

(ab 1 Stunde 29 Minuten)

Für die folgenden Tage wechseln wir nun in die Strass-View:

Die Tage vom 7.12.2011 bis zum 9.12.2011 sollten in Nimbin verbracht werden. Ein schönes kleines Dorf für Hippies, in dem wir uns einen netten, kleinen Campground namens „Old Granny’s Farm“ aussuchten. Leider spielte das Wetter nicht mit und es regnete eigentlich rund um die Uhr.

Nachdem wir uns etwas Wurst und Käse für ein paar leckere Sandwiches besorgten, da wir ziemlich hungrig waren zogen wir uns zurück an die Homebase, um sie genüsslich zu verspeisen. Schon war der erste Tag vorbei.

Am nächsten Tag hatten wir noch sehr viel Wurst, die wir zu verspeisen hatten, doch wollten wir mittags ein gutes Essen genießen. Also gingen wir zu dem Restaurant, das Mack und ich schon kannten und aßen dort so ziemlich den besten und natürlichsten Burger den wir je gegessen haben! Es war mal wieder ein Gaumenschmaus!

Nach einer kurzen Shoppingtour über die Hauptstraße zogen wir uns wieder zurück zur Homebase. Und nach dem Abendessen was mal wieder aus Sandwich bestand, legten wir uns auch schon schlafen, um am nächsten Morgen endlich Richtung Byron Bay aufzubrechen.

Byron Bay

In Byron Bay angekommen galt es zunächst einen Camping-Ground für die nächste Woche zu finden. Wir hatten viel von der berühmten Arts-Factory gehört, die uns von allen Seiten empfohlen wurde, als einer der besten Hostels in Australien, mit kostenlosen Massagen, eigenem Kino, Yoga-Kursen, etc., auch dass sie das Zentrum des “alternativen Byrons” sein solle. Leider hatten wir nicht gehört, dass es dort nicht möglich war mit dem Campervan zu nächtigen, es sei denn man würde für 30 $ die Nacht den Parkplatz davor benutzen. Enttäuscht machten wir uns auf die Suche nach Alternativen und fanden diese erst nach einer Odyssee durch Byron Bay und Umgebung, denn entweder die Plätze waren hoffnungslos überteuert, oder hoffnungslos überbucht. Wir bezogen unsere neue Homebase im Tourist Village, 1,5 km vom Stadtzentrum Byrons entfernt.

Doch wir waren nicht nach Byron gekommen um Campingplätze suchen zu gehen, wir wollten endlich etwas erledigen, was ganz oben auf unserer “Australien-Must-Do-Liste” stand, endlich Profi-Surfer zu werden ! So meldeten wir uns für einen 3-tägigen Surfkurs bei Mojosurf für den kommenden Montag an. Das Wochenende verbrachten wir damit in das Nachtleben Byrons einzutauchen, welches dank Byrons Ruf als entspannten Surfer, Hippie, Party- und Kulturstadt auch sehr gut war. Wie das dann so ist kommt man dann auch recht schnell auf tollle Schnappsideen und Tim und Strass schlossen eine Wette, in der es um Haare ging und darum wer schneller sein Bierglass leeren kann.

Am Montag morgen gings dann endlich los mit dem Surferleben. Wir wurden von unserem Surflehrer Nolan, einem Surfer aus Kalifornien (garnich klischeehaft) abgeholt. Zur Begrüßung gabs von ihm erstmal den Surfergruß (kleiner Finger und Daumen, abgespreitzt) mit einem lauten “WOOOOOOO” “YAAAY” und wir holten die restlichen Teilnehmer des Kurses, sowie den Fotografen und Brasilianer “Rodrigo” ab (nicht weniger klischeehaft) und hörten Jack Johnson (…). Schließlich am secret Surfspot angekommen, wurden uns die Boards und Neoprenshirts mit der Aufschrift “Livin’ the Dream” ausgehändigt. Da kaum auch schon Nolan ganz euphorisch vorbeigerannt (er ist nie gegangen) um im nächsten Moment eben so euphorisch “WOOO, LIVIN THE DREAM, YAAAAY” zusammen mit dem Surfergruß zu rufen. Nach einer weiteren halben Stunde mit einer kurzen Einweisung und den obligatorischen Dehnübungen gings dann endlich ins kühle Nass um den Traum zu leben. Und tatsächlich, bereits in den ersten Wellen gelang es aufzustehen und den weißen Schaum, den “white wash” zu reiten. In den nächsten Stunden und Tagen kamen dann die ersten echten kleineren Wellen und die erste Greenwave hinzu, man stieg auf etwas kleinere, schwerer zu handlente Boards um, bis wir schließlich vollausgebildete Profisurfer waren, und man uns nichts mehr beibringen konnte.


Dez 17, 2011 - Australien, Port Douglas    2 Comments

I am Sheraton. I make the difference !

Hier dann der Versuch, den Berg an Erlebnissen und Fotos zu verbloggen, der sich inzwischen angestaut hat, mit dem ersten Teil: Die Arbeit.

 

Der Wecker klingelte um 5.30 Uhr. Trotz der unmenschlichen Uhrzeit überwiegte die Freude nun endlich arbeiten zu dürfen. Nach einem rasch eingenommenem Frühstück und den 10 Minuten Fußmarsch zum Sheraton ging es zunächst zum Uniformraum, wo uns unsere schicken blauen Uniformen ausgehändigt wurden. Ich wartete wie am Vortag abgemacht auf Klaus, den deutschen Chefkoch, der mir sogleich den ersten Auftrag erteilte: “Wisch mal den Boden mit dem Squeeshie trocken”. Als ich ihm zu verstehen gab nicht genau zu wissen, was denn nun genau ein Squeeshie sei, antwortete er nur, “a nimm doch die Gummifotz !” (Ein Gummiabziehdingens). Ich wischte also den Boden mit “der Gummifotz” trocken, was in den folgenden Tagen und Wochen stets das allmorgendliche Ritual nach dem umziehen wurde. Im Anschluss ging es dann ans Mülltonnen säubern, was so mit das doofste an dem Job war, zum Glück aber nur alle paar Tage gemacht werden musste. Dazu wurden alle 40 Mülltonnen in einer Reihe aufgestellt, ätzende Chemikalien hineingekippt unm dann schließlich unter Hochdruck mit einem Schlauch durchgespült zu werden. Die dabei entweichenden Geürche forderten selbst unserem erfahrenen Supervisor George ununterbrochen Flüche ab (“Fuck, Shit, Fucking bullshhiit, This is shit, .. “). Schlimmer wurde es nur wenn die Chemikalien aus der Mülltonne ins Gesicht spritzten. Der Alltag bestand aber eher darin entweder am Potwash die Töpfe der Köche zu reinigen oder an den Plates die Teller, Schüsseln, etc der Hotelgäste zu reinigen.

 

Potwash:

Aufgabe hier war es zunächst durch die Küche zu laufen und an den einzelnen Kochstationen die vollen Trollys gegen leere zu tauschen. Dazu brachte man sie zum Potwash, der nach dem bewährten “WASH-RINSE-SANITISE Prinzip” funktionierte. Die schmutzigen Pots wurden dabei zunächst (wie alles in der Küche) mit dem Hochdruck-Wasserschlauch abgespritzt. Dabei war es vorprogrammiert, dass mindestens die Hälfte des Wasserstrahls an dem Pot abprallte und einen selber traf. Das war je nach in dem Pot zubereiteten Gericht mal mehr und mal weniger angenehm. Dann wurde der Pot in das warme “soapy-water” bei wash gegeben, im kalten Wasser von “Rinse” vom Schaum befreit um schließlich im 84° C heißen Sanitise-Wasser seine letzten Bakterien zu verlieren und dabei leider auch die Hand verbrannte, weswegen dannach oft der inofizielle 4. Schritt folgte, seine Hände nochmal im Rinse Wasser zu kühlen (Oder man lies eben den 3. Schritt aus) Schließlich wurden die sauberen Pots in Regalen verstaut und der leere Trolly zurück zum Koch gebracht, worauf das Spiel dann von Neuem begann.

 

Plates:

An der Plate-Maschine musste man sich die Teller nicht selbst holen. Hier wurden die Teller von den Kellnern aus den Restaurants gebracht, kurz wie eben alles mit dem Schlauch abgespritzt, in Plastik-Gestelle verfrachtet und schließlich in die Maschine geschoben. Diese reinigte nun die Teller, Bestecke, Gläser, Schüsseln, Tabletts, Plastikbehälter und alles weitere, mal mehr und mal weniger gründlich, und spuckte sie 30 Sekunden später wieder hinten aus. Anschliend wurden auch sie einsortiert. Mitunder konnte es hier, wie auch beim Potwash sehr stressig werden, wenn die Kellner “OVER oder UNDER” schrien, wenn wieder neue Tassen und Gläser kamen, und wahre Tellerberge auf einen warteten.

Neben dem Reinigen der Küche selbst und einiger Spezialaufträge waren das somit die Hauptaufgaben und nach mal 8, und mal 11 Stunden war man endlich erlöst und konnte zurück in die Umkleidekabine. Hier konnte man dan endlich endlich die billigen Gummischuhe ausziehen. Diese hatten in der Zwischenzeit neben Schmerzen neue Löcher an den Knöcheln und fleißig Blasen produziert. Weite Verletzungen die man sich leicht zuziehen konnte waren Verbrennungen und Ätzungen. Zumindest die Schmerzen an den Füßen wurden aber mit der Zeit besser, nachdem die Gummischuhe mit dem Taschenmesser modifiziert wurden und immer mindestens 2 Paar Socken getragen wurden.

 

Abgesehen von den ganzen lästigen Dingen hatte der Job aber auch so seine schönen Seiten:

Da wäre zb die Pastry, die mal wieder zu viele köstliche Backwaren hergestellt hatte, und nun die 20$ Törtchen in unsere statt in die Mägen der Gäste wanderten, oder eben ganze Töpfe voll mit selbstgemachter Eiscreme, Würstchen mit Sauerkraut, leckere Steaks, Nudeln, etc. An einem Tag gab es so 5 kleine Tortenstückchen, einen Teller mit Nudeln, 3 Teller mit Schnitzel und Pommes und schließlich eine Portion Eis zum Nachtisch. Auch die Köche machten einem gerne mal zwischendurch einen Burger, wenn man sie nur nett fragte.

Auch die netten Kollegen machten die Arbeit angenehmer. Da war zb George, der Supervisor aus Victoria, der oft vom Krieg gegen die Afrikacorps erzählte, in welchem er britische Panzer mit neuem Diesel betankte, und der immer am Grinsen war, oder Supervisor Garry, dessen australischer Akzent vollkommen unverständlich war, aber nach dem 3. mal erklären immernoch nich genervt war. Mit Dirk, einem der Köche, wollen wir uns vielleicht sogar an Weihnachten treffen, wo er uns versprochen hat ein schönes Festmahl zu bereiten. Dirk ist 87 von Dortmund nach Australien ausgewandert. Er stellte oft die Frage “Na, alles klar”, und beantwortete die Frage gern mit “Immer gut, immer gut”. Ansonsten lief er gerne mit einem Daumen nach oben und neutralem Blick durch die Küche. Die anderen Stewards waren der Koreaner Choe und Marius aus Deutschland, mit denen man gut rumblödeln und sich vor der Arbeit drücken konnte.

In dem Monat, in dem wir im Sheraton gearbeitet haben, machten wir so den Unterschied, denn wir waren Sheraton !

Nov 4, 2011 - Australien    15 Comments

Gastbericht von P. Strasser

Nun, in diesem Blogpost wird unsere Ankunft in Port Douglas QLD bzw. Dougies aus der Sicht des Philipp David Strasser beschrieben.

Es beginnt  am Dienstag, den 04.10.2011:

Um ca. 9.34 Uhr klingelte mein Handy lautstark auf dem Tisch. Leicht geschockt nahm ich ab und freute mich eine bekannte Stimme am anderen Ende der Leitung zu hören.  Es war Lenz Monath.  Meine Freude steigerte sich, als mir mitgeteilt wurde, dass Tim V. und Lenz M. wohl noch an diesem heißen Frühlingstag in Port Douglas ankommen würden, da sie sich schon kurz hinter Townsville befanden. (Notiz: Sie sollten voraussichtlich erst einen Tag später ankommen)

Voller Vorfreude verabschiedete ich mich von Lenz und entschied mich den Tag mit einsamen Warten zu verbringen, da Marcus Alexander Kuhn zu dieser Zeit noch arbeitete.  Als dieser von der Arbeit zurückkam, wusste er nicht was ihn noch erwartete.

Um etwa 17.25, als Marcus und ich vor unserem Zelt eine Partie UNO spielten, umfassten mich plötzlich kalte lange deutsche Arme. Es waren Lenz‘ Arme !  Voller Euphorie sprang ich von meinem Stuhl auf, sodass dieser 20 Meter durch die Gegend flog und umarmte die beiden Burschen. Tim und Lenz zeigten uns noch ihren Campervan „Stanley“, benannt nach dem günstigen 4 Liter Fischwein, der hier üblicherweise genossen wird. Es war ein tolles Auto, wirklich multifunktionell !

Diesen besonderen Tag ließen wir noch gemütlich mit einem gepflegten Beef Burger in unserem Stammrestaurant „Rattle’n Hum“ ausklingen.

Nun überspringen wir ein paar Tage, um uns der Arbeitsuche zu widmen.

Wir schreiben Freitag, den  07.10.2011:

Nach zwei ruhigen Strandtagen am 4 Mile Beach, hatten wir das Gefühl nicht voll ausgelastet zu sein und sahen uns deshalb gezwungen Jobs zu suchen. Voll motiviert quälten wir uns schwitzend durch die gleißende Sonne Richtung Macrossan Street (Dreh-und Angelpunkt in Port Douglas), um uns die Jobangebote der Stadt mal genauer zu betrachten.  Da Marcus und ich uns schon Anfang September dort auf Arbeitsuche begaben, wusste ich in etwa was uns erwartete. Wir fragten uns von Laden zu Laden, von Bistro zu Bistro, von Restaurant zu Restaurant, jedoch gab es rein gar nichts !  Nur eine kleine Pizzeria heuchelte ein wenig Interesse und fragte nach unserer Handynummer (Wir hörten nie wieder was von ihnen).  Anschlüssig dazu möchte ich noch das „Bistro 3“ erwähnen, in dem wir einen leicht unfreundlichen, schwulen Manager nach einem Job fragten, worauf er uns nur zu verstehen gab, dass er ja einen guten Job hat, er sich nicht noch um einen kümmern muss und wir alles wohl falsch machen würden.

Höchst enttäuscht schlenderten wir daraufhin zur „Se Juice Bar“ in der Grant Street, wo Marcus fröhlich Geld verdiente, denn er hatte ja einen Job, um uns die Autoschlüssel für den Blutfalken (Ford Falcon Baujahr 1995) zu holen, da wir nun nicht mehr die Courage besaßen in der niederprasselnden Mittagssonne den Heimweg zu meistern.

Noch auf der Heimfahrt entschieden wir uns den nächsten Tag mit Vorbereitungen zur Jobsuche zu verbringen d.h. einen Lebenslauf schreiben.

Samstag 08.10.2011:

Nach der Nährstoffaufnahme durch ein ausgewogenes Frühstück fanden wir uns alle an der Homebase zusammen, um den Tag zu besprechen und wie wir die Lebensläufe angehen.

Es wurde entschieden lieber erstmal einen morgendlichen Abstecher ins 70 km entfernte Cairns zu machen, was die nächst größere Stadt in der Umgebung ist. Dort gab es jedoch nichts zu sehen und nach einem himmlichen Mittagsmahl in einem bayrischen Restaurant dachte man sich, dass man jetzt auch mal die Lebensläufe schreiben könnte.

Wieder an der Homebase angekommen, nahmen wir  einfach ein Beispiel aus dem Internet und trugen dort unsere individuellen Daten ein. Natürlich wurden die Lebensläufe noch durch ein paar Lügen verschönert z.B. waren wir alle drei schon mal Kitchen Hand bzw. Dishwasher im Maximilian oder in einem Café in Frankenthal. Des Weiteren suchte Tim auch nur einen Job, um neue Fähigkeiten zu lernen und um logischerweise sehr hart zu arbeiten, aber bloß nicht um Geld zu verdienen.

Diese Vorbereitungen nahmen uns viel Zeit und als wir endlich fertig waren, konnten wir uns auch schon so gut wie schlafen legen. Gute Nacht.

 

Nächster Tag , Sonntag 09.10.2011:

Dieser Tag wurde nun wieder der Jobsuche gewidmet, also machten wir uns ein zweites Mal auf durch die Hitze des Tages Richtung Macrossan Street. Dort wurde auf ein Weiteres jedes Restaurant, Cafe und Bistro abgeklappert, doch diesmal ohne Absagen !

„You can leave your resumée here!“ war der  Satz des Tages. Immerhin besser als nur Absagen, auch wenn unsere Lebensläufe teilweise in irgendwelche Behälter geworfen wurden, wo sie angeblich lagerten. Wir schauten auch nochmal bei der netten Pizzeria vorbei, aber die zeigten uns auch nur, dass sie noch unsere Nummer haben.

Mit etwas Hoffnung auf Arbeit und noch ein paar Lebensläufen im Peto verließen wir nun die „Innenstadt“, um es mal bei den „großen Fischen“ , sprich den vielen Resorts vor der Stadt zu versuchen.

Wir gingen ins „Mantra“ oder in „The Beach Club“ und noch andere Resorts, deren Namen ich hier aus rechtlichen Gründen nicht erwähnen möchte. Doch was wir dort hörten überraschte und schockte  uns zu tiefst!

„You can leave your resumée here!“

Dieses Angebot konnten wir natürlich bei keinem der Resorts abschlagen, und so hinterließen wir in jedem Resort drei Lebensläufe.

Nachdem nun die Stadt mit TimLenzPhilipp – Lebensläufen verseucht war, hatte jeder von uns nur noch zwei Lebensläufe. Ich konnte in den Augen von Tim und Lenz die Hoffnung schwinden sehen und sie hatten auch schon Gesprächsthemen, wie z.B. „Wenn wir hier nichts finden, gehen wir halt einfach auf so eine Plantage bei Cairns“.

Doch eine letzte Anlaufstelle hatten wir noch. Wir hatten die Idee einfach beim Golfclub zu fragen, um dort als Greenkeeper oder sowas zu arbeiten. So machten wir uns auf den Weg zum Golfclub. Dort angekommen schritten wir durch die mit Gold verzierten Türen in eine stille, klassisch gestaltete Eingangshalle. Es war eine Ruhe, wie man sie sonst nur in Kirchen vorfindet. Leicht eingeschüchtert, aber höchst entschlossen schritten wir die Treppe hinunter zu einem kleinen Laden, der Golfequipment und Kleidung zu teuersten Preisen verkaufte. Wir fragten die Verkäuferin, ob es vielleicht irgendeinen Job gäbe, für den sie möglicherweise irgendeinen von uns einstellen könnten.

Die Verkäuferin jedoch verneinte dies, aber erzählte uns, der Golfclub gehöre zu dem berühmten  5 Sterne Resort „Sheraton Mirage“, in dem nur die Schönen und Reichen ihre Urlaube verbringen und mit ihrem Geld um sich schmeißen. Des Weiteren verriet sie uns, wir müssten uns dort bei den Human Resources bewerben, die aber am Wochenende nicht öffneten.  An einem etwa drei Meter breiten Satellitenbild vom Grundstück des Sheraton, welches den 18 Loch Golfplatz, das Mirage Beachfront Villenviertel und natürlich das Resort selbst beinhaltete, zeigte sie uns den Weg zu den Human Resources. Wir bedankten uns und verließen daraufhin den Golfclub.

Jedoch liefen wir nicht zum Dougies zurück, sondern wollten es direkt beim Hotel probieren und anstatt zu den Human Resources zu gehen, wollten wir direkt in die Lobby zur Rezeption. So gingen wir die Einfahrt hinauf Richtung Haupteingang. Kurz vor der Tür kam uns ein Portier in die Quere. Er fragte uns voller Neugier, was wir hier wollten und sagte uns, dass wir am Haupteingang falsch seien. Es blieb uns also nichts anderes, als den nächsten Tag abzuwarten.

 

Montag 10.10.2011:

An diesem Tag sahen wir uns bereit die Human Resources aufzufinden und unsere Bewerbungen abzugeben. Nach einer kurzen Odyssee am Kids Club vorbei, zeigte uns ein freundlicher Mitarbeiter den Weg zu den Human Resources. Es war ein kleines Gebäude am Fuße des Sheraton-Berges.

Wildentschlossen und voller Tatendrang stürmten wir hinein. Dort begrüßte uns eine weitere freundliche Mitarbeiterin und sagte: „You can leave your resumée here!“

Jedoch verließen wir daraufhin nicht den Ort, sondern sie stellte noch ein paar tiefsinnige Fragen, wo wir denn schon gearbeitet haben usw.

10 Minuten später waren wir wieder draußen und hatten in etwa die gleichen Erwartungen, wie bei den Bewerbungen davor.

Wir beschlossen den Rest des Tages am Mossman Gorge zu verbringen.

Mossman Gorge:

Nach einer 20 minütigen Fahrt, bei der ich, wie so oft hinten im Bett des Stanley lag und bei jeder Kurve rumgeschleudert wurde, kamen wir am Mossman Gorge an.

Der Mossman Gorge ist ein Fluss der durch den Daintree National Park, nahe Mossman fließt und in welchem man schwimmen kann.

Nun suchten wir den Weg zum Fluss, welcher leicht gefunden wurde. Voller Spannung sprangen wir ins eiskalte reinste und klarste Quellwasser. Es war wie neugeboren zu werden! Wir sprangen im Urwald herum, kletterten über die vielen Felsen und ließen uns von der Strömung waschen. Bis zu dem Augenblick als ich etwa 15 Meter vor Tim war und meinen Kopf in einen Mini-Wasserfall hielt. Tim rufte irgendetwas, für mich unverständliches. Ich kletterte zurück, um mir es genauer anzuhören.
Es war etwas schreckliches. Lenz hat den Autoschlüssel im Wasser verloren !

Wie soll man in einem Fluss voller Steine einen kleinen Schlüssel auf dem Grund finden ?

Es schien Ausweglos. Jeder suchte eifrig im Wasser, bis nach ca. 10 Minuten Lenz aufgeregt aufschrie: „Ich hab ihn!“

Es klang wie Gottes erlösende Worte. Aus jedem einzelnen sprach die pure Erleichterung ! Nochmal wollte man diesen Fehler nicht nochmal machen, deshalb brachte man einen der zwei Schlüssel ins Auto und den anderen band sich Tim an seine Badehose.

Der Tag war gerettet und wir sprangen noch ein bisschen im Wasser herum.

Am Abend sah man sich noch die Videos an, die Tim mit seiner Sportkamera unter Wasser gemacht hatte und was man darauf sah war erstaunlich. In einer kurzen Szene blitzte der Schlüssel am Grund auf, aber man konnte ja glücklicherweise über diese Szene lachen.

Nun überspringen wir wieder einen Tag und steigen wieder ein am
Mittwoch, den 12.10.2011:

Während Marcus mal wieder Geld verdiente, denn er hatte ja einen Job, gammelten wir mal wieder an der Homebase. Das Hauptgesprächsthema war immernoch die Arbeit.

Plötzlich klingelte und vibrierte mein Handy. Ich fragte mich, wer es wohl sein könnte, da es eine Private Nummer war. Ich nahm ab und hörte eine Frauenstimme, die wie 1000 mal einstudiert sagte: „Human Resources Sheraton Mirage here!“   Da ich auf Englisch antworten musste, wurden Tim und Lenz aufmerksam. Jedoch dachten sie, nur ich bekäme eine Chance, aber als ich durch verschiedene Worte und Reaktion den beiden zu verstehen gab, dass wir alle drei gefragt sind, schauten sie freudig drein. Sie sagte mir, wir sollen am nächsten Tag um etwa 14 Uhr zu einem Bewerbungsgespräch vorbeikommen. Nach dem Telefonat fragten Tim und Lenz nochmal verwundert nach, ob sie wirklich uns alle drei wollten. Dies konnte ich nur bejahen !

Der Tag war gerettet und die Gesprächsthemen änderten sich von „Wenn wir hier nichts finden…“ zu „ Oah ich bin mal gespannt als was wir dort arbeiten werden !“

Freudig auf die Nachrichten stießen wir noch mit einem Becher Stanley an.

 

 

Donnerstag  13.10.2011:

Voller Aufregung wachte ich an diesem wunderschönen Morgen in meinem Zelt früh auf, um den Tag zu rocken!
Das Interview stand an. Ich ging zur Homebase, um die Lage zu checken und ich sah Lenz und Tim auch schon munter, mit derselben Einstellung draußen sitzen. Die Zeit bis zum Interview wurde damit verbracht zu überlegen welche Art von Fragen uns die Interviewerin stellen könnte.
Schließlich war es so weit. Wir marschierten voller Elan in das kleine Gebäude, in dem wir aber vorerst  Platz nehmen sollten, um noch einige Zeit zu warten. Nach  ungefähr 10 Minuten wurden wir in ein kleines Präsentationszimmer geführt in dem wir alle drei nebeneinander aufgereiht Platz nahmen. Vor uns lagen Mappen mit unseren Namen, wobei Tims Name ziemlich falsch geschrieben wurde. Mittig positioniert saß ich direkt der dicken Dame gegenüber. Rechter Hand saß noch ein Supervisor namens George, diesem saß Tim gegenüber. Die Interviewerin teilte uns mit, dass wir als Dishwasher eingesetzt werden und fragte uns deshalb auch über unsere Erfahrungen in diesem Beruf aus. Natürlich haben wir alle schon Geschichten bereitgelegt, die wir ihr erzählen konnten.

Am Ende des Gesprächs wurden wir noch informiert, dass wir am nächsten Tag den Vertrag unterschreiben werden. An diesem Punkt konnten wir uns sicher sein: Wir haben den Job !

George, der Supervisor, führte uns durch unseren zukünftigen Arbeitsplatz. Es war für uns ein unübersichtliches Labyrinth, was später jedoch einfacher war, als es zu dieser Zeit noch schien. Er erklärte uns was wir alles reinigen und putzen müssten. Es handelte sich anscheinend alles nur um putzen. Nach einer Weile verabschiedeten wir uns und zogen uns zurück in die Homebase.

Abends wurde sich noch sehr stark auf der White Party im Dougies abgeschossen, bei der wir auch sehr schön angemalt wurden.

Kurze Beschreibung der Bemalung:  Tim – Irgendwelche Punkte

Marcus – schwule Katze

Lenz – hochnäsiger belesener Italiener/Lord

 

Freitag  14.10.2011:

An diesem Tag sollten wir um 11 Uhr bei den Human Resources sein, um unsere Verträge zu unterschreiben. Stolz stolzierten wir an den Ort des Geschehens, an dem schon die Verträge auf unsere Unterschriften warteten. Wieder saßen wir im selben Präsentationsraum.  Eine Dame namens Robyn betrat den Raum und erklärte uns detailliert alle Regeln/ Vorschriften und was wir auszufüllen und zu unterschreiben hatten.  Ich hörte nicht mehr wirklich zu, da ich ja sicher den Job hatte und eigentlich nur noch fröhlich da raus wollte. Doch Robyn zeigte uns ein zweites Mal die Küche und stellte uns Klaus vor, dem Chefkoch aus Bayern. Er sagte uns auch, dass Lenz schon am nächsten Tage in der früh arbeiten müsse. Das freute Lenz nur teilweise, da er um 5.30 Uhr in der Früh aufstehen musste.

Nun denn, der Vertrag war unterschrieben und wir  drei hatten den gleichen Job im Sheraton !

Wie die Könige flanierten wir zurück, um von dort aus nach Mossman zu fahren, um uns „gute Schuhe“ zu kaufen, da diese Pflicht in der Küche sind.  Wir nahmen natürlich die billigsten, was noch Folgen haben sollte. Das wussten wir nur nicht zu diesem Zeitpunkt.

Das einzige was bis dahin zu sagen blieb war:

Wir haben ja einen Job!

 

 

Okt 24, 2011 - Australien    13 Comments

Von Nimbin nach Port Douglas

Nun also dann der Rest unseres Trips nach Port Douglas, damit dann auch mal Posts über aktuelleres folgen können :).

 

Wir verließen Old Granny’s Farm in Nimbin um uns mit unserer neuen Adresse in der betäubtesten Stadt in Australien eine günstige KFZ-Haftpflicht zu beantragen…

Nach dem online abschliessen der Versicherung hatten wir noch genug Internetzeit um einen Lebenszeichen zu Posten und die Nachrichten bei SPON zu überfliegen. Anschließend kauften wir noch Vorräte im Coles ein um bei unserem 2 000 km Trip nach Port Douglas nicht auf das deliciöses australische Toastbrot und Spaghetti mit Tomatensauce verzichten zu müssen.

Täglich legten wir ca 500 km zurück und entdeckten ab der Grenze zu Queensland eine neue Seite von Australien. So fuhren wir ca 300 km durch die australiesche Einöde, wo wir nach den zahlreichen toten Kängurus,deren Kadaver noch den Raben als Gaumenschmaus diente, endlich unser erstes lebendiges Känguruh durch die Gegend hüpfen sahen. Außerdem machten wir Bekanntschaft mit einer Straussenfamilie, die uns ein kleines Stück den Bruce Highway begleitete, sowie mit einem silber glänzenden Schlauch, der auf der Staubpiste lag und sich erst herausstellte dass es sich um eine Schlange handelte, als dieser sich plötzlich aufbäumte und fauchte, um im nächsten Moment in den nächsten Busch zu zuckeln. Die Nächte verbrachten wir wie gewohnt auf Rest Areas. Mal waren diese in Sümpfen, in Savannen, oder am Meer, bis wir dann endlich in unser neuen Heimat, Port Douglas, schlafen konnten.

Okt 14, 2011 - Australien, Roadtrip, Sydney    7 Comments

von Kuala Lumpur nach Nimbin (Nachtrag)

Der folgende Beitrag ist zeitlich vor dem letzten Post einzuordnen… Sorry das er so spät kommt aber wir konnten hatten in der letzten Zeit viel mit der Jobsuche zu tun ;)

Sydney

Nach dem 8 Stunden-Flug von Kuala Lumpur nach Sydney kamen wir gut gejetlagged in Down Under an. Im Flugzeug wurden uns Zettel zur Einreise ausgeteilt, wobei Fragen gestellt wurden ob man organische Produkte, Drogen, Pornos oder Medicin einführt. Ich hatte Aspirin dabei und musste somit mein Kreuz hinter Waffen, Medizin, Drogen usw setzten… Schon mit der Vermutung durchgefilzt mussten wir durch Passkontrolle, Gepäckkontrolle und einer erneuten Kontrolle um endlich australisches Land betreten zu dürfen.
Im Hostel angekommen mussten wir erst mal die verlorene Nacht nachholen und uns dannach das Whrzeichen der Stadt anschauen, die Oper, die wir uns auch jeden weiteren Tag der Woche einmal mindestens anschauten, weil wir sonst keinen Plan hatten was wir in Sydney machen können. Zwischen den täglichen Besuchen suchten wir auch nach einem Auto, beantrageten unsere Steuernummer und versuchten allen anderen lästigen administrativen Kram zu erledigen.
Nach einer Woche standen wir mit unseren 20 kg schweren Rucksäcken vor unserem Mitsubischi Express den wir Stanley (nach dem 13$-für-4-Liter-Wein) getauft haben. Nach dem ersten km Linksverkehr hatten wir schon komplett die Orientierung verloren. Mithilfe des Navigationsgerätes schaffeten wir es dann doch noch zu Rest Area (einer Art kostenlosen Camping Platz, mal mehr mal eniger konfortabler) in den Blue Mountains zu gelangen. Bei strömenden Regen kochten wir unser erstes Abendmahl, Spaghetti mit Tomatensauce was uns momentan so ziemlich zum Hals raushängt das wir es in den in 7 Tagen 4 mal zu Abend gegessen haben…

Das bekannte Ozonloch


 

Roadtrip

Am nächsten Tag, Sonntag, machten wir uns auf den Weg in den Norden um der Kälte zu entfliehen (leider haben wir bis jetzt immernoch nicht mehr als die Rest Area und den Weg dorthin von den Blue Mountains gesehen). Wir mussten feststellen, das ein 4-Radantrieb bei Regen den schlammigen Berg hoch doch vorteilhafter ist. So mussten wir unsere abendliche Ruhestätte zu einem See in der Nähe von Toronto bei Newcastle verlegen.

Die nächsten Tage fuhren wir von Rest Area zu Rest Area ohne eigentlichen plan wo wir eigentlich hinwollten. Erst am Donnerstag haben wir dann die Zeit gefunden und Byron Bay bei Regen anzuschaun bei Lennox Head haben wir in der Ferne Wale beobachten (oder vermuten das es Wale waren) können und abends uns auf die suchen nach einem Hostel gemacht, damit wir die Adresse bei der KFZ-Haftpflicht anzugeben und somit viel Geld sparen. Nach unfreundlicher aufnahme entschieden wir uns doch anders und haben nörlich von Byron Bay auf einem Rastplatz geschlafen.

Am Freitag Morgen machten wir unsauf den Weg nach Surfers Paradise und sind dort das erste mal ins Meer gesprungen. Mittags dann entschieden wir uns dann nach Nimbin zu fahren und dort ein Hostel zu suchen wegen der Versicherungsgebühr. Nimbin ist eine verschlafene kleine Hippiestadt ca 80 km landeinwärts von Byron Bay. Die Häuser der 100 m langen Innenstadt sind in Regenbogenfarben bemalt und bevorzugt sind dort Shops für den täglichen Cannabiskonsum vorzufinden. Jedoch gibt es auch Kulturut in der Innenstadt: ein Museum (über die Hippiezeit und natürlich Cannabis, jedoch mit der bitte “Please deal outside the museum”). Beim Verlassen des Museumsshops wurden wir von einer Aboriginifrau im vorbeilaufen gefragt: “Cookies?” und keine zwei Sekunden nach dem wir dankend ablehnten von einem Mann: “Marihunana?”
Abends schauten wir den Einwohnern Nimbins beim Jammen auf der Strasse zu, wobei eine Frau im Tranceähnlichen Zustand dazu tanzte.

Freuen uns auf eure Kommentare

Okt 1, 2011 - Australien    8 Comments

++ Lebenszeichen ++

Ein kurzer Statusbericht aus Down Under:

Wir befinden uns gerade in ner grossen Shopping-Mall nahe Nimbin, vor der Grenze nach Queensland. Internet ist nach wie vor ein sehr seltenes Gut und nur selten goennen wir uns eine kleine 20 Minuten Session in einem Internetcafe wie diesem hier. Der Timer tickt auch schon bedrohlich weiter runter, weshalb wir diesen Post hier kurz halten werden.

Die Nacht haben wir in einem Hostel in Nimbin verbracht, bei “Old Granny”s Backpackers” und neben der netten “Old Granny” gab es dort auch endlich  mal wieder heisse Duschen :), herrlich. Nimbin war ziemlich abgefahren. Eine alte Hippie-Siedlung, wo alle Haeuser in Regenbogenfarben angemalt sind und Rastas in Bathikshirts Touristen Gras andrehen wollen. Aber nen detaillierten Bericht gibts dann beim naechsten Mal.

Heute haben wir dann endlich unser Auto versichert, was sich schon einmal gut anfuehlt.

Fuer die naechsten Tage haben wir geplant so schnell wie moeglich die 1900km in den tropischen Norden zurueckzulegen um dann dort auf Jobsuche zu gehen und Markus und Strasser, zwei Freunde zu treffen.

Das wars fuer den Moment. Der Timer zeigt nur noch 2 Minuten an und die Nahrichten auf SpiegelOnline muessen noch ueberflogen werden.

Liebe Gruesse in die Heimat !

 

Sep 23, 2011 - Malaysia    8 Comments

Letzte Tage in Malaysia

Ist doch schon länger her, dass wir was geschrieben haben… Der Grunistd dafür ist nichtr unser Desinteresse am Bloggen, sondern der mangelnden Vernetzung Australiens. Sind ja nun schon ein paar Tage hier, aber vielleicht erstmal noch den Rest aus Malaysia, bevor wir über Sydney schreiben.
Der letzte Tag im warmen Malaysia
Wir machten uns auf den Weg zum Lake Garden, wo wir am Vortag schon die großen Netze des Weltgrößten Vogelfreifluggehege gesehen haben, jedoch nicht reingegangen sind, da wir zum einen nicht den eingang gefunden haben, zum anderen da es so heiß war, dass wir auch einen Monsun hoffen mussten um uns amzukühlen. Zwar der Tag war es an dem besagten Tag auch nicht viel kühler, was uns jedoch erst zur Mittagsstunde bewusst wurde.
Insgesammt war der Vogelpark ganz nett, viele verschiedenen Vögel gesehen, die etwas unspektakulärere (als er wartete) Adlerfütterung und lustige Pfaue.
Jedoch als wir uns auf den Weg in die Stadt machten und zum Himmel hochschauten, sahen wir einige graue Wolken, und wieder hofften wir auf Regen gegen die Hitze…
…es begann zu regnen… und wurde immerstärker…
bis wir einen Unterstand suchen mussten um das wir uns schon für den weiterflug gekleidet hatten und die elektronischen Geräte schützen mussten.
Wer jetzt denkt es handele sich um eine Art europäischen Regensturm, liegt damit noch weit entfernt, es war ein Monsun, Wassermassen, gefühlte 1000 l/m² ergießen sich von oben. Die Strasse wird zu einem Fluss und Gullies machen das Gegenteil für was sie gebaut wurden.
Nach 45 Minuten war alles vor bei, wir konnten wieder gemütlich nach Chinatown zurücklaufen ohne von Wassermassen mitgerissen zu werden ;)
Dort suchten wir uns ein einheimisches Restaurant, wo wir für günst 10,60 MR speisten, was umgerechnet 2,50 € für 2 Hauptgerichte mit Reis, Soße usw nach Wahl, 4 Fleischspieße und 2 Iced Lemon Teas war. Anschließend machten wir uns auf den Weg zum KLIA (Airport) um unseren 8 stündigen Flug nach Sydney anzutretten.

Algemein haben wir über die Malayen herausgefunden:
stehen auf Hähnchen (KFC)
sterben meistens durch das überqueren von Straßen
sind nicht alle streng muslimisch (obwohl muslimisches Land)
sind sehr stolz auf ihr Land und vor allem auf ihre Flagge
scheinen sehr gerne Parada, Gucci,Ray-Ban “Produkte” zu verkaufen
sind sehr nett und höflich

soweit zu Malaysia der Beitrag zu Sydney folgt in kürze :)

Peace

PS: Wir freuen uns tierisch über jeden Kommentar von euch :)

Sep 14, 2011 - Malaysia    9 Comments

von Türmen bei Nacht und Treppen steigen

Ok nach dem Post gestern haben wir uns noch in das wide Nachtleben der Hauptstadt begeben und unter anderem bemerkt dass die Petronas Towers nacht noch besser aussehen als tagsüber. Am KLCC (der Shoppingmall unter den Twintowers) sind wir einem kanadischen David Copperfield begegnet, der uns ansprach Statist in seinem Youtube-Zaubertrick-Video zu sein… wir glaubten zwar die Münze, die er eigentlich in die geschlossene Dose schlagen wollte aus seiner Hand fallen zu sehen, aber wiesen ihn jedoch nicht drauf hin.

Sind dann heute mit dem Zug ein wenig raus aus der Stadt gefahren, für n leppischen Ringgit. Es ging zu den Batu Höhlen, nördlich von Kuala Lumpur. Die Höhlen sind besonders für ihre weltgrößte Hindu Gottesstatue bekannt, die 42,7 m hoch ist. Auf den Treppen zu den Höhlen versammelten sich außer einiger Touristen auch Affen die sich erhofften den Japanern Souvenirs zu klauen. Neben den verdammt vielen Bildern die wir von den Höhlen geschossen haben waren anscheinend auch wir ein beliebtest Fotomotiv, zumindest fragten uns mehrere Gruppen von Asiatinnen sich mit uns fotografieren zu lassen.

 

 

Sep 13, 2011 - Malaysia    7 Comments

feuchte Luft in KL

Genau genommen sind wir jetzt schon den 2. Tag in Kuala Lumpur, jedoch waren wir gestern einfach zu fertig vom Flug um irgendwas am Blog zu tätigen…
6.36 am sind wir gelandet, gut müde da keiner von uns im Flugzeug schlafen konnte und stattdessen eher das grosszügige Unterhaltungsprogramm geniessen mussten. Beim verlassen des gut klimatisierten Airports, sind wir erstmal gegen eine feuchte und 30°C warme Wand gerannt.
Mit dem KLIA Express gings dann durch tropische Palmenwälder und Täler, vorbei an modernen Glas- und Stahlbauten weiter in die Stadt.
Dabei hatten wir ersten Kontakt mit einem netten Malaien, der über sein Land erzählte, über malaische Dächer, deutschen Fußball und Uboote, St. Pauli und Hitler.
Nach einer kurzen Fahrt mit der Monorail standen wir dann auch schon in Chinatown, wo an kleinen Marktständen verrücktes Essen verkauft wird und es erstaunlich günstige Pradataschen zu erwerben gibt *am Kinn kratz*.
Weiter gings ins Hotel, das “Chinatown Boutique”, was von außen aus wie ein Bunker aussieht, aber innen doch sehr nett ist.
Endlich angekommen. Nach 20 Stunden Reise und der Energie von 4 Stunden Schlaf aus der Nacht zuvor.

Seitdem haben wir viel Schlaf nachgeholt und den Jetlag schon scheinbar überwunden, vor den Petronas Towers gestanden und sind über den großen Nachtmarkt Petaling Street geschlendert, konnten Gläubige Hindus in ihrem Tempel beobachten und leckeren eiskalten Tee drinken.
Wir waren auch auf dem höchsten Fernsehturm Asiens und mh .. ja, bei Starbucks :D.

Jetzt ist es gerade 17:19 Uhr Ortszeit (11.19 in Deutschland). Wollen dann gleich nochmal auf den Markt und uns an was ekligem versuchen (auf knusprige Heuschrecken hätten wir ja schon irgendwie Lust) und werden dann später noch ein wenig ins Nachtleben von KL durchstarten.

Anbei ein paar Bilder von gestern und heute.

Sonnenuntergang zwischen Kandahar und Kabul

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